Enger. Er rang nach Worten, der neue König. Was denn der erste Gedanke war, nachdem er als König der Schützengesellschaft Enger feststand? "Überwältigt", sagte die Königin und Ehefrau Kerstin. Axel Vollmer freute sich einfach nur. Still. Und das im Trubel der Proklamation.
Die beiden werden jetzt ein Jahr lang den Verein repräsentieren und die Königswürde tragen. Gestern, kurz nach 17 Uhr, trugen die Schützenbrüder ihn und kurz darauf seine Frau jeweils auf ihre Schultern ins Zelt. Die Schützenschar jubelte ihnen zu. Keine Zeit, selbst zu realisieren, was hier passierte. Stets fiel den beiden jemand um den Hals. Die Gratulationen wollten nicht enden.
Und auch Pressesprecher Karsten Glied freute sich: "Da haben wir eine gute Mischung. Ein Königsehepaar, das sich stets für die Gesellschaft engagiert hat. Und einen Thron mit zahlreichen jungen und neuen Leuten." Dem neuen König zur Seite stehen als Thronpaare Andreas und Sabine Grothaus, Matthias und Claudia Ernet, Arndt Höpker und Ilke Rottmann und Frank und Anja Neumann. Adjutanten sind Frank Schlüter und Angela Neumann. 2. Ritter ist Christian Rothschild, 3. Ritter Werner Brakensiek. Als jugendliche Ritter betätigen sich Claire Rothschild, Kai Tamme und Lennart Gollay.
Wenn es ihnen allen gelingt, die Stimmung der Proklamation auch nur ansatzweise auf die Regentzeit zu übertragen, dann steht der Schützengesellschaft Enger ein besonderes Jahr bevor. König Axel Vollmer gab die Devise aus: "Lassen wir uns überraschen.
Ansonsten war das Schützenfest vielfarbig. Drei Kombinationen dominierten am Morgen das Geschehen: Das traditionelle Grün-Weiß der Schützen, das Khaki der 1. Kompanie, die als südafrikanische Safari-Truppe auftrat und schließlich das Schwarz-Rot-Gold des Spielmannszuges. Die aktiven Musiker des Vereines bekannten sich damit ganz offensiv zum bewegendsten Thema der Zeit – neben dem Schützenfest: Der exzellenten Leistung der erfolgreichen deutschen WM-Fußballer.
Auch Bürgermeister Klaus Rieke schlug den Bogen von den Fußballern zu den Schützen. Er fragte: "Wer spielt den besten Fußball von der Welt?" Die Schützenschar samt Gästen antwortete: "Deutschland". Die gleiche Antwort auf die Frage: "Wer schießt die schönsten Tore?" Nur bei der dritten Frage: "Wer wird Schützenkönig?", folgte Schweigen. Lediglich Rieke hatte den richtigen Riecher: "Der, der am besten trifft." Wahrscheinlich hatte er dabei schon an König Axel gedacht . . .
Aber auch nachdenkliche Worte kamen vom Stadtoberhaupt. Er fragte nach der Perspektive der Schülerinnen und Schüler aus den jüngsten Abschlussjahrgängen. "Kommt man nur mit Spaß durchs Leben?" Wohl eher nicht. Achtung, das Einhalten von Regeln, Respekt und Toleranz zählten auch zu den erforderlichen Eigenschaften, um Chancen zu bekommen. Dennoch gelte: "Ich habe festgestellt, dass man mit positivem Denken am besten weiter kommt."
Das positive Denken wurde gestern dann auch beim Schützenfrühstück zügig gefördert. Oberst und 1. Vorsitzender Hans-Herbert Tiemann verkündete "Freibier". Gelegenheit für Schützen und die Gäste aus Politik, Kaufmannschaft, von Polizei, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und natürlich aus der Verwaltung für einen gemütlichen Plausch im Festzelt.
Mit dabei waren dann auch die langjährigen Mitglieder des Schützenvereines: Seit 60 Jahren dabei sind Wilfried Schierholz, Heinrich Dammeyer und Werner Heise. Seit fünf Jahrzehnten sind Frido Heuermann und Claus Pfeifer den Schützen treu. Schon 40 Jahre im Verein sind Klaus Stratmann, Ulrich Gorzitza, Dieter Heise, Josef Lichte, Wolfgang Rottmann und Gerd Kielnerowski. Auf ein Vierteljahrhundert Mitgliedschaft blicken Dirk Nienaber, Axel Vollmer, Ulrich Kamp, Gerhart Knobloch und Hans-Hermann Ebmeyer zurück. ¦Lokalseite 3