Löschgruppe wird 100 Jahre alt / Stadtfeuerwehrfest leidet unter der extremen Hitze
Enger-Oldinghausen / Pödinghausen. Mit Blaulicht und Martinshorn fuhren am Freitagabend zwölf Feuerwehrautos durch die Ortsteile Oldinghausen und Pödinghausen. Mit dieser ungewöhnlichen Korsofahrt wollten die Feuerwehrmänner und -frauen die Bevölkerung auf das Stadtfeuerwehrfest einstimmen - mit Erfolg.
Die Fahrt lockte viele Anwohner auf die Straße, andere schauten vom Balkon oder vom Fenster aus zu. Axel Quest, Werner und Magdalena Ilgner standen in Pödinghausen auf dem Bürgersteig: "Das ist wirklich toll, dass die hier lang fahren." Auch Brunhilde Kreft lockten die Sirenen an, mit dem Fotoapparat in der Hand wartete sie auf die Kolonne: "Ich finde das so schön, dass die Feuerwehr so etwas organisiert."
Die Korsofahrt machte Lust auf mehr, und so zog es etliche Zuschauer anschließend zum Festplatz. Nachdem die zwölf Feuerwehrautos aus den Engeraner Ortsteilen, Eilshausen und Bielefeld-Brake am Festplatz ankamen, eröffneten Bürgermeister Klaus Rieke, Stadtbrandinspektor Heinz Jürgen Tomann und Löschgruppenführer Maik-Oliver Häusler das Stadtfeuerwehrfest.
Klaus Rieke wünschte ein "Super-Fest, einen guten Verlauf und einen schönen Abend", dann stach er traditionell das Bierfass an und schenkte die ersten Gläser Bier ein. Ausgelassen feierten die Feuerwehrkameraden und ihre Gäste bei Musik vom DJ Team Herford bis in die frühen Morgenstunden.
Beim bunten Familiennachmittag am Samstag sollten besonders die Kinder angesprochen werden, verschiedene Spiele erwarteten sie auf dem Festplatz.
Der vierjährige Robyn Miguel und die gleichaltrige Lisa-Marie versuchten sich im Seifenbasteln. Aus bunten Seifenraspeln stellten sie ihr ganz individuelles Stück Seife her. Beim Kinderschminken einen Tisch weiter ließ sich die fünfjährige Lea von Silke Timm ein fantasievolles Bild ins Gesicht malen. Weiterhin lockten Spiele wie Kistenstapeln und die Karussells.
Wie wichtig besonders der Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr ist, wollte die Jugend mit einer Löschübung präsentieren. So hatte sie einen großen Holzhaufen aufgeschichtet, der angezündet werden sollte. "Mit zwei Fahrzeugen rücken wir dann an und löschen", erklärte Stefan Dehne. "Vielleicht zeigen wir sogar das Hydroschild, eine große Wasserwand." So wollte der Feuerwehrnachwuchs eindrucksvoll sein Können beweisen. Aufgrund der großen Hitze und der damit verbundenen Brandgefahr fiel die Übung dann aber ins Wasser (siehe auch unten links stehenden Bericht ).
Die Strecke des Festumzuges am Sonntag wurde dann kurzerhand ebenso gekürzt wie auch manche Rede zum 100-jährigen Bestehen der Löschgruppe Oldinghausen/Pödinghausen. Denn die brütende Hitze im Festzelt an der Südstraße forderte ihren Tribut: Redner und Organisatoren des Stadtfeuerwehrfestes sorgten für einen straffen Ablauf des Festaktes am Nachmittag. Landrat Christian Manz und Bürgermeister Klaus Rieke überbrachten Glückwünsche und Grüße zum Jubiläum. Beide betonten den hohen Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehrleute. "Sie alle setzen sich über das normale Maß hinaus für die Allgemeinheit ein", beschrieb Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer die Aktivitäten der Blauröcke. Nur durch den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren könne der Brandschutz samt der dazugehörigen Sicherheitsleistungen flächendeckend gewährleistet werden, hob er hervor.