Spenge. Die sintflutartigen Regenfälle haben auch an der Werburg einigen Schaden angerichtet: Ins Herrenhaus ist so viel Wasser eingedrungen, dass die archäologischen Funde zerstört worden sind. Das berichtete Grabungsleiter Dr. Werner Best gestern auf NW-Anfrage.
In der diesjährigen Grabungssaison hatte das Archäologenteam unter anderem Holzfunde gemacht, die auf ein Vorgängergebäude des jetzigen Herrenhauses schließen ließen. Am heutigen Dienstag hätten laut Best Spezialisten aus Köln anreisen sollen. Sie wollten Proben von dem Holz nehmen und so dessen Alter bestimmen. "Wir hatten dafür schon einen Schnitt von 1,2 Meter Tiefe freigelegt", berichtete Best.
Dann die böse Überraschung: Als der Wissenschaftler nach dem Starkregen das Herrenhaus aufschloss, stand das Erdgeschoss unter Wasser. "Der Schnitt war bis zum Rand vollgelaufen." Auch die Fundamente eines alten Turms, die die Archäologen freigelegt hatten, wurden überflutet. "Das ist schon sehr ärgerlich", sagte Best.
Außerdem habe das Wasser die Sedimente unter der Treppe unterspült: "Für die Treppe bestand Einsturzgefahr", betonte der Wissenschaftler.
Die Feuerwehr Spenge musste anrücken. Den ganzen Freitagnachmittag über pumpten die freiwilligen Helfer das Wasser im Erdgeschoss ab. Gleichzeitig schütteten sie 20 Tonnen Kies auf, um das Gebäude zu stabilisieren. Darunter seien die archäologischen Funde begraben worden.
Mehr als bedauerlich für Best, denn die Holzreste des Vorgängergebäudes können nun nicht mehr datiert werden. "Aber Gebäudeerhaltung geht vor Archäologie."
Die Treppe sei durch das Aufschütten des Kies’ gesichert worden, sagte Best. "Und auch das Haus an sich hat keinen Schaden genommen."












