Enger. Bei der Eröffnung von Ausstellungen, die ihre Werke zeigten, hielt sie sich stets bescheiden im Hintergrund. Erna Hellinge-Bucher liebte keine öffentlichen Auftritte. Am Montag ist die sympathische Engeraner Künstlerin im Alter von 80 Jahren gestorben.
Mit ihr trauern nicht nur ihr Ehemann Eberhard und die beiden Söhne Stefan und Andreas, sondern auch viele Freunde und Kulturschaffende in der Widukindstadt.
Unzählige Kinder haben bei Erna Hellinge-Bucher den Umgang mit Pinsel und Farbe erlernt oder den Blick für die richtige Perspektive entwickelt. Mehr als 30 Jahre hat sie sich mit ihrer Malschule für den künstlerischen Nachwuchs eingesetzt und ihr eigenes Wissen einfühlsam an die Jüngsten weitergegeben.
Nach dem Besuch der Bildhauer-Klasse der kantonalen Schule für Holz-Bildhauerei in Brienz entschied sich die Schweizerin 1955 zusätzlich für eine musikalische Ausbildung. Sie absolvierte ein Orgelstudium am Konservatorium in Luzern.
Bis zuletzt prägten musikalische Motive ihr künstlerisches Schaffen, das sie während eines Studiums an der Hochschule für Bildende Künste in München vervollkommnete. Dortlernte sie ihren späteren Ehemann, Eberhard Hellinge, kennen. Im Jahr 1960 zogen beide nach Enger. 1970 gründete sie zusammen mit ihrem Mann auf Anregung von Karl-Heinz Schluckebier eine Malschule.
Jahre später riefen die Hellinges die Puppenbühne "Basilikum" ins Leben. Während ihr Mann für das poetische Puppentheater die vielschichtigen Charaktere aus Holz schuf, kleidete sie jede einzelne Puppe mit viel Liebe zum Detail ein. Gemeinsam erarbeiteten sie Bühnenbilder und suchten nach passenden Themen für ihre leise, aber ausdrucksstarke Bühne.
Zum 80. Geburtstag von Erna Hellinge-Bucher hatte der Kultur- und Verkehrsverein im vergangenen September einen künstlerischen Abend organisiert, um eine außergewöhnliche Frau zu würdigen.
Die Trauerfeier findet am 6. September in Enger statt. Beigesetzt wird Erna Hellinge-Bucher in der Schweiz.