Gerbereiverein stellt Konzept für Erweiterung vor / Landtagsabgeordneter Christian Dahm vor Ort
Enger. "Das ist ja alles wunderbar erhalten", sagt Christian Dahm und blickt sich in dem Raum um. Der Landtagsabgeordnete sieht große Holzfässer, in denen einst Felle eingeweicht wurden. Wenige Schritte weiter stehen alte Maschinen zur Lederbearbeitung. "Man könnte meinen, gleich kommt der Gerber und setzt seine Arbeit fort." Der Gerbereiverein möchte sein Museum noch attraktiver machen und erweitern. Dazu braucht er die Hilfe des Landes.
"Das Land Nordrhein-Westfalen hat uns bisher massiv unterstützt, das Museum auf die Beine zu stellen", betont Vereinsvorsitzender Karsten Glied. Die Engeraner hoffen auch auf weitere finanzielle Hilfe des Landes, wenn es darum geht, die Lohgerberei zu sanieren und den Besuchern zu präsentieren.
Ein "kurzer Draht" nach Düsseldorf kann da nur förderlich sein. Deshalb hatte das Vorstandsteam des Vereins den heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Christian Dahm nach Enger eingeladen.
"Die Stadt hat eine enorme Kulturdichte - drei Museen und dazu die Liesbergmühle", sagte der Landespolitiker anerkennend.
Sein Ziel sei es, gemeinsam mit dem Gerbereimuseums-Verein zu schauen, wie man an mögliche Fördertöpfe zur Finanzierung der Erweiterung komme. "Ich denke da zum Beispiel an die NRW-Stiftung", sagte Dahm. Denn er und natürlich auch der Engeraner Vereinsvorstand wissen um die finanziell angespannte Lage des Landes.
"Wir werden auch Sponsoren brauchen", betonte Karsten Glied, der die Kosten für die Sanierung der Lohgerberei auf insgesamt rund 500.000 Euro bezifferte.
Nach seinen Angaben hat der Verein vor zwei Wochen dem Land den "ersten Fingerzeig" gegeben, die Museumserweiterung nach Möglichkeit in die Budgetierung fürs kommende Jahr aufzunehmen. "Einen offiziellen Förderantrag müssen wir noch stellen."
Einen exakten Zeitplan zur Realisierung des Projekts gibt es noch nicht. "Schön wäre, wir bekämen in 2011 die Finanzierung wasserdicht", sagt der Vereinsvorsitzende, "dann könnten wir 2012 beginnen."
Der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Tuxhorn hofft zusammen mit dem Vorstandsteam des Museums auf die Unterstützung durch das Land: "Denn die Lohgerberei ist einzigartig, bislang aber für Besucher nicht zugänglich."