Ausstellung von Motorrädern aus den 70er Jahren / Warum ein Bike im Wohnzimmer stehen darf
Spenge. Motorradfreund Reinhard Maatz schwingt sich auf seine Kawasaki. Die Maschine läuft warm und Maatz macht mal kurz den "Soundcheck". Laut knattert das Bike, qualmend tanzt das Hinterrad. Lauthals applaudiert das begeisterte Publikum.
Nebenan zeigt Marco Schütte sein Können bei der "Trial"-Vorführung. Gekonnt durchläuft er den aufgebauten Parcours, fährt mit seiner Maschine über ein Auto, springt auf Paletten oder balanciert auf einem schmalen Holzbrett mit seiner "Beta". Die Zuschauer halten den Atem an und sind beeindruckt.
Start mit 17 Maschinen
Heinz Pötschke organisierte 1. Biker-Treff mit 17 Maschinen. Die Ausstellung kam gut an, sodass sie weitergeführt und vergrößert wurde.
Seit drei Jahren findet die Ausstellung zweitägig in Spenge statt.
"Ich trainiere schon, seitdem ich neun Jahre alt bin. Der Trial-Sport ist der technisch anspruchsvollste Motorsport überhaupt. Das Wichtigste ist, die Balance zu halten", erklärt Schütte. "In diesem Sport muss man frühzeitig anfangen, da Ältere, die eine Familie haben, oft zu viel nachdenken. Dann kann man den Sport nicht mehr richtig betreiben", ergänzt Heinz Pötschke vom "Motorradstammtisch Classic Bikes".
Mit der Motorradausstellung mit Maschinen aus den 70er Jahren und dem Biker-Treff möchte der Organisator - der "Motorradstammtisch Classic Bikes" - Erinnerungen wachrufen. "Unsere ausgestellten Motorräder stammen alle aus der Zeit, als wir 18 Jahre alt waren und von diesen Schmuckstücken träumten", sagt Michael Wiedemann.
Rund 110 Ausstellungsstücke aus OWL, Hessen und Norddeutschland, die ein Flair der vergangenen Tage verbreiten, konnten die Bikerfreunde für ihre Ausstellung im Autohaus "Oldenbürger" gewinnen. Das Sortiment reicht von japanischen Motorrädern über die legendären Königswellen bis hin zu den alten BMWs.
Burghard Schorstein aus Nordhessen ist mit seiner Wankel angereist. "Meine Wankel ist eine Rarität. Suzuki konnte damals nicht viele dieser Art verkaufen, es war ein Ladenhüter. Die Maschine besitzt statt eines Kolben einen Rotor", erklärt Schorstein. "Ich fahre sie sehr gerne und oft. Mit ihr besuche ich zahlreiche Treffen europaweit."
Auch Petra Lippold ist ein großer Fan der Zweiräder. "Ich habe mich schon immer für Motorräder begeistert. Für mich war bereits in Kinderjahren klar, dass ich irgendwann mein eigenes Motorrad besitzen werde", schwärmt sie. Ihre Honda und die ihres Mannes sind ihnen so sehr ans Herz gewachsen, dass diese den Winter im Wohnzimmer verbringen dürfen.
Traditionell soll das schönste Exponat mit einem Pokal ausgezeichnet werden.
"Die Jury bestehend aus Stammtischteilnehmern achten auf Kuriositäten und gute Restaurierung", verrät Michael Wiedemann.