Enger. "Was wird aus Kartoffeln, Mehl, Eiern und Salz gemacht?" Diese Frage stellt Reinhard Sonntag und erwartet eine prompte Antwort. "Na, die Lappenpickerts", sagt der Vorsitzende der Alttraktoren- und Landmaschinenfreunde Dreyen. "Das weiß doch jeder Engeraner. Die gehören zum Brauchtum des Landfrauenmarktes", fügt Schriftführer Hartmut Vogt selbstverständlich hinzu. Am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr werden sie wieder gebacken. Denn: der Landfrauenmarkt 2011 startet im Kleinbahnmuseum.
"Pünktlich zum verkaufsoffenen Sonntag öffnen auch wir wieder unsere Pforten", sagt Gunhild Vogel-Höffner. Mit den offenen Geschäften und dem guten Wetter hofft die Vorsitzende der Landfrauen Enger noch mehr Gäste auf den Landfrauenmarkt locken zu können als im vergangenen Jahr - fast 1.000 Besucher waren es damals.
"Da war jede Menge los" erinnert sich Ralf Nonnast von den Kleinbahnern. "Klar, das wir den Landfrauen unsere Räumlichkeiten erneut für dieses tolle Event zur Verfügung stellen", sagt er.
"Und die trumpfen mit neuen Angeboten noch Mal richtig auf", sagt Vogel-Höffner augenzwinkernd .
Neben 35 Ständen mit Handgemachtem und Gebasteltem wie Marmelade, Likör, Seife, Eingemachtes, weihnachtliche Floristik, Wollsocken, Textilien, Holzarbeiten und Silberschmuck , wird es in diesem Jahr auch eine Märchenerzählerin für die Kinder geben.
"Sie sitzt in einem Bauwagen vor dem Kleinbahnmuseum und wird die Kinder mit spannenden Geschichten fesseln, während deren Eltern gemütlich über den Markt bummeln", erklärt die Landfrau aus Enger.
Doch damit nicht genug: Auch die Kreisjägerschaft kommt mit der rollenden Waldschule vorbei. "Sie ist mit verschiedenen ausgestopften Tieren, Fellen und Gehörnen heimischer Tiere ausgestattet. Von den Jägern werden die Kinder viel über deren Lebensräume und Gewohnheiten erfahren", erklärt Vogel-Höffner.
Außerdem ist in diesem Jahr auch erstmals ein Glücksrad aufgebaut. "Die Gewinner dürfen sich über landwirtschaftliche Produkte aus der Region freuen", sagt Vogel-Höffner. Zu den Preisen gehören Zierkürbisse, eingekochtes Obst und Ableger von besonderen Pflanzen. Und auch für das leibliche Wohl ist wieder gesorgt. Die Landfrauen Enger/Herford werden 50 Torten backen. "Im letzten Jahr gingen alle 750 Stücke weg", sagt Vogel-Höffner schmunzelnd. "Es gibt aber auch noch Bratwürste und Gulaschsuppe von eigenen, hausgeschlachteten Rindern", sagt sie. "Und natürlich noch die weltbesten Pickerts der Alttraktoren- und Landmaschinenfreunde", fügt sie schnell hinzu.
Das war der Startschuss für Hartmut Vogt. Sofort steht der Hobbykoch mit dem Rezept parat. "Aus dem Arme-Leute-Essen ist eine echte Delikatesse geworden", erklärt Vogt. "Der Kartoffelpickert wird auf einer heißen Platte flach, ganz ohne Fett gebacken. Oben drauf kommen dünne Scheiben Speck oder gute Butter oder Apfelmus. Das eine urige ostwestfälische Spezialität - die muss man probiert haben."