Doppelabitur 2013: Widukind-Gymnasium steht vor enormer logistischer Herausforderung
Enger. Noch sind die diesjährigen Abschlussprüfungen nicht einmal angelaufen. Doch schon jetzt macht sich das Widukind-Gymnasium Gedanken ums Abitur 2013. Denn im kommenden Jahr werden gleich zwei Jahrgänge die Reifeprüfung ablegen. Für die Schule eine riesige organisatorische Herausforderung.
"Wir brauchen doppelt so viele Klausurräume wie sonst beim Abitur", sagt Schulleiterin Brigitte Binke-Orth. "Das blockiert einen beachtlichen Teil der Schule."
Denn durch die Schulzeitverkürzung von neun auf acht Jahre (G8) müssen im kommenden Jahr gleich 280 Schüler - also zwei Jahrgänge - durchs Abitur gebracht werden.
Problematisch sei es vor allem, genügend Räume für die schriftlichen Prüfungen zu finden, sagt Binke-Orth. Denn es sei nicht möglich, mal hier, mal da ein paar Klassenzimmer zu sperren. "Der Abiturtrakt muss komplett abgegrenzt sein", betont Oberstufenkoordinator Dr. Uwe Barrelmeyer.
Andere Schüler dürften dort keinen Zutritt haben. "Es muss eine ruhige Arbeitsatmosphäre herrschen." Sei das nicht der Fall, seien die Ergebnisse mitunter anfechtbar.
In der schriftlichen Abiturphase wird täglich ein anderes Fach geprüft. Schüler beider Jahrgänge, die zum Beispiel in Deutsch ihren Abschluss machen, schreiben am selben Tag ihre Prüfung - egal, ob Grund- oder Leistungskurs.
Bislang hat Schulleiterin Brigitte Binke-Orth immer das oberste Stockwerk des Altbaus fürs schriftliche Abi sperren lassen. Sechs Räume stehen dort zur Verfügung. "Aber im kommenden Jahr werden die nicht ausreichen", fürchtet sie. "Wir müssen wohl weitere Flügel sperren."
Zumindest in Fächern, in denen viele Abiturienten geprüft werden. In Englisch zum Beispiel würden wohl mindestens sieben Räume gleichzeitig gebraucht, sagt Barrelmeyer.
Welche Flure Binke-Orth dann mit rot-weißem Flatterband absperren wird, weiß sie noch nicht. Schließlich müsse ja auch der normale Schulbetrieb weiterlaufen. Darum können längst nicht alle Flure blockiert werden.
Einige Fachräume lassen sich zum Beispiel nur über bestimmte Flügel erreichen. Wenn die abgesperrt würden, beeinträchtige das den normalen Unterricht erheblich, betont Binke-Orth.
Darum erwägt die Schulleiterin, auch Wandertage in die Zeit des schriftlichen Abiturs zu legen. "Um Klassenzimmer freizuräumen."
Unter Umständen müsse man sogar auch Räume außerhalb der Schule für die Prüfungen mitnutzen. "Da müssen wir frühzeitig Planspiele machen."
Eine Notlösung sei dagegen die Schulaula, denn dafür gebe es keine Tische. Und eine Bierzeltgarnitur sei für eine Abiturprüfung ja auch nicht geeignet, sagt Binke-Orth.
Doch nicht nur die schriftlichen Prüfungen bereiten der Schulleiterin Kopfzerbrechen. Aufwändig sei auch die Organisation des mündlichen Abiturs.
Bislang gab es für alle Schüler einen Vormittag frei, wenn die Abiturienten ihr Wissen zum Besten geben mussten. Zusätzlich wurden drei Nachmittage für die mündlichen Prüfungen geblockt.
Im Doppeljahrgang 2013 muss die Schule dafür deutlich mehr Zeit einplanen. "Wir gehen davon aus, dass der Unterricht an zwei kompletten Tagen plus x Nachmittagen nicht erteilt werden kann", sagt Schulleiterin Binke-Orth. "Und da wir ein Ganztags-Gymnasium sind, wird der normale Unterricht in dieser Woche erheblich tangiert."
Zur Organisation des Doppel-Abiturs hält sich das Schulministerium bislang weitgehend bedeckt. Details würden derzeit vorbereitet, teilte ein Sprecher mit.