Weißer Lkw verliert gefrorene Blöcke vom Dach und fährt nach Unfall am Hücker-Kreuz weiter/"Riesenschwein gehabt"
Spenge (-as). Der Apfel auf dem Beifahrersitz ist mit Glasscherben gespickt. Daneben steht die Butterbrotdose und die offene Tasche. Alles bedeckt mit Glassplittern. Mirko Holzweißig blickt wieder nach vorn und sieht eine gut 40 Zentimeter messende Einschlagstelle in der Windschutzscheibe. Sekunden vorher ist ein Stück einer Eisscholle in die Scheibe gekracht. Der Eisblock war vom Dach eines weißen Sattelzuges gerutscht, der ihm entgegenkam.
Das geschah vorgestern gegen 13.50 Uhr nahe des Hücker Kreuzes, 300 Meter entfernt auf der Bünder Straße in Richtung Spenge. "Der Fahrer muss gesehen haben, was passiert ist", sagt Holzweißig. "Die acht Zentimeter dicken Schollen sind ihm übers Fahrerhaus gerutscht. Und von dort in meine Windschutzscheibe. Ich hätte tot sein können." An dieser Stelle ist die Bünder Straße leicht abschüssig. "Vielleicht ist deshalb das Eis vom Lkw gerutscht", vermutet der 44-jährige Familienvater aus Lenzinghausen. "Als ich dann anhielt, sah ich, dass der komplett weiße Sattelzug erstmal ganz langsam fuhr. Er muss dann geradeaus Richtung Bünde weiter gefahren sein."
Mirko Holzweißig, Beschäftigter einer Sanitär-, Heizung- und Klima-Firma aus Melle, war gestern noch geschockt. "Wenn ein Fußgänger am Straßenrand gewesen wäre - das sagt die Polizei - er wäre erschlagen worden. Die Eisstücke waren über eine Strecke von 100 Metern verteilt."
Der Lenzinghausener indes hatte Glück: "Ich bin maximal 50 gefahren. Zehn Kilometer schneller - und ich hätte es nach Meinung der Polizisten nicht überlebt. Ich habe Riesenschwein gehabt."
Die Polizei schreibt zum Unfall: "Obgleich der Fahrer des verursachenden Lkw dieses hätte bemerken müssen, fuhr er weiter, ohne sich um den verursachten Schaden zu kümmern." Hinweise nehmen das Verkehrskommissariat in Herford oder die Dienststellen in Enger oder Spenge entgegen.