Spenge/Wallenbrück-Bardüttingdorf. Vier Autoren aus Bardüttingdorf hatten annähernd drei Jahre lang intensiv geforscht, um im Jahr 1992 pünktlich zum Geschichtsfest das Buch "Spuren der Geschichte" heraus zu geben. Daraus wurde dann ein Geschichtslehrpfad rund um Wallenbrück, Mantershagen, Baringdorf, Düttingdorf und Hengstenberg. Der Pfad feiert jetzt einen runden Geburtstag: Seit 20 Jahren gibt es an 24 Stationen auf etwa 20 Kilometern Länge viel Beispielhaftes für diese Region zu entdecken.
Christine Hartmann, Gerhard Heining, Ilse Kirchhof und Dietrich Korthals hatten sich nicht nur mit der Besiedlung befasst, sondern auch mit Strukturen der Landschaft, mit Straßen und Wegen, mit Flurnamen, Bauern-, Fachwerk- und Wohnhäusern der letzten 200 Jahre.
1989 hatten sich einige Heimatfreunde überlegt, die Geschichte dieses Teiles von Spenge den Menschen bewusster zu machen. Die Frage war zunächst: Wer will mitmachen? Die vier Lehrer aus Bardüttingdorf wurden bald aktiv. Christine Hartmann schrieb über die Grundschule Bardüttingdorf und Ilse Kirchhof über die Grundschule Wallenbrück, Dietrich Korthals wusste viel über die Marienkirche Wallenbrück zu berichten. Gerhard Heining vertiefte sich in die örtliche Siedlungsgeschichte und übernahm auch die redaktionelle Arbeit.
Es kam ein Buch mit annähernd 250 Seiten, vielen Fotos, Illustrationen und Zeichnungen heraus, das am Ende eine Karte enthält, die die 24 geschichtlichen Stationen aufzeigt.
"Die einzelnen Beiträge sollten und sollen dazu ermuntern, entweder im Rundgang oder abschnittweise die Spuren der Geschichte aufzusuchen, sich gleichsam an Ort und Stelle die Vergangenheit vergegenwärtigen", erläutert Heining.
"Ausgangspunkt waren seinerzeit der Bardüttingdorfer Stein und die Röteteiche, Lehrpfad- Punkte eins und zwei", erinnert sich Gerhard Heining. Teichmitbesitzer Klaus Eggert sei in Sachen Ortshistorie immer schon gestaltend tätig gewesen, an den Teichen habe der Heimatverein Bardüttingdorf denn auch eine ausführliche Informationstafel aufgestellt.
Am Beispiel der Höfe im Bereich Helligen westlich von Wallenbrück macht Heining den Einfluss der Industrialisierung deutlich. "Erste Siedler kamen in altsächsische Zeit um etwa 800 hierher, fünf Höfe umfasste die Ursiedlung damals wohl", sagt Heining. 200 Jahre später waren drei weitere Gehöfte dazu gekommen. Um 1826 sind die Namen von acht Bauernfamilien und die Lage der Höfe bekannt. Heining: "Nur kurze Zeit später verschwanden zwei Höfe. Zwei Bauern sind ausgewandert, die sind wohl pleite gegangen damals." Grund sei die Befreiung der leibeigenen Bauern gewesen, die ihren Grundherren Ablöse zahlen mussten, einige waren damit überfordert.
Flurbereinigungen führten später zu Begradigungen von Straßen, in den letzten 50 Jahren wurden Bauernhöfe zur Randerscheinung. Während die Bauernschaft Helligen ihren Namen behielt, war dies für die Siedlung Gödinghausen südwestlich von Wallenbrück nicht der Fall. "Das Kirchdorf Wallenbrück wurde beherrschend und verdrängte den Namen Gödinghausen."
"Die Herausgeber hoffen, dass sich viele Wallenbrücker und Bardüttingdorfer ,auf’n Patt’ machen, und sich dabei ihres Herkommens, ihres Daseins und vielleicht auf ihrer Zukunft bewusst werden", schrieben der damalige Spenger Stadtdirektor Günter Hemminghaus sowie Bürgermeister Karl-Heinz Wiegelmann , Landrat Gerhard Wattenberg und Oberkreisdirektor Henning Kreibohm im Vorwort des Buches.