Enger. Das ging der Politik doch entschieden zu schnell. Am grundsätzlichen Ziel, wonach beabsichtigt ist, den Wochenmarkt probeweise auf den Barmeierplatz zu verlegen, wollen SPD, Grüne und CDU zwar festhalten. Aber vor einem Probebetrieb soll die Stadtverwaltung Gespräche mit den Marktbeschickern führen. Für unerlässlich halten die Politiker auch eine Stellprobe auf dem Barmeierplatz, bevor "Nägel mit Köpfen" gemacht werden.
Einen entsprechenden Beschluss fasste der städtische Fachausschuss am Donnerstagabend bei einer Gegenstimme (FDP). "Gespräche mit den Marktbeschickern haben im Vorfeld nicht stattgefunden", kritisierte Rolf Siemers von der SPD. "Das ist schlecht."
Und auch die CDU war der Meinung, dass eine "mögliche Verlegung des Marktes einer sorgfältigen Planung und Abstimmung mit den Marktbetreibern" bedürfe, bevor ein Beschluss zur Verlegung durch den Ausschuss gefasst werden könne.
Bürgermeister Klaus Rieke stellte klar, dass nichts dagegen spreche, wenn der Ausschuss - wie im Verlauf der Sitzung geschehen - den ursprünglichen Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung ändere. "Wir brauchen aber ein Startsignal und einen klaren Handlungsauftrag für Gespräche mit den Marktbeschickern."
Rieke hatte zuvor daran erinnert, dass im Zuge der Diskussion um das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK)auch die Verlegung des Wochenmarktes thematisiert worden sei. Im begleitenden Lenkungsausschuss des ISEK, in dem die politischen Fraktionen vertreten sind, habe es eine große Einmütigkeit über das Vorhaben gegeben. "Nochmals, wir brauchen ein klares politisches Signal", betonte der Bürgermeister. Danach könnten Gespräche mit allen Betroffenen geführt werden.
Die werden angesichts der überwiegend ablehnenden Haltung unter den Marktbeschickern nicht einfach werden. "Veränderungen sind sicherlich schwierig. Auf dem Heckewerthplatz ist alles eingefahren. Und es wird auf dem Barmeierplatz vermutlich Konkurrenz um Standorte geben", sagte Rieke. Aber bis Mai habe man genügend Zeit für Detailgespräche.
"Ein gewisses Beharrungsvermögen bei den Beschickern ist nachvollziehbar", sagte Harald Wurm von den Grünen. "Schließlich geht es um wirtschaftliche Existenzen." Ziel der ganzen Überlegungen sei, die Innenstadt - in dem konkreten Fall den Barmeierplatz - aufzuwerten und auch eine Verbesserung der Situation für die Marktbeschicker zu erreichen. Denn der Markt solle auch neue Käuferschichten ansprechen.
"Wir sollten mit Gefühl und Augenmaß an die Sache rangehen und vor dem Probebetrieb auf jeden Fall eine Stellprobe machen", betonte Wurm.