Enger und Spenge schaffen neue Funkgeräte an/Kreisweiter Probelauf im nächsten Jahr
Enger/Spenge. Derzeit macht sich die Engeraner Feuerwehr verstärkt Gedanken um den Funkverkehr. Der Grund: Im nächsten Jahr stellen Wehrmänner, Polizisten, Zoll und die Vertreter der Hilfsorganisationen auf Digitalfunk um. Einige zumindest. Und zunächst zur Probe. Um den Feuerwehren der Widukindstadt das Dabeisein zu ermöglichen, mussten die Vertreter des Engeraner Ausschusses für öffentliche Sicherheit in ihrer jüngsten Sitzung die Voraussetzungen für die Anschaffung von Digital-Funkgeräten schaffen. Und das taten sie. Einstimmig.
Wie hoch die Kosten sind, ist noch nicht exakt klar. Dafür müssen sich die Verantwortlichen zunächst auf einen Gerätetyp einigen. Einige davon liegen bereits in der Kreisleitstelle in Eilshausen. Der Preis könnte sich je Gerät zwischen 1.000 und 1.500 Euro bewegen.
Frank Schröder, Leiter der Funkwerkstatt und Systemadministrator Thomas Twelsiek sind von den Vorteilen überzeugt: "Die Digitaltechnik ist störungsarm und die Sprache deutlich." Die beiden haben zahlreiche Schulungen absolviert. Twelsiek: "Das System wird einmalig". Und damit bezieht er sich auf die besonderen Anforderungen in Deutschland: Die Geräte funktionieren nicht einfach nur digital, sie seien auch ganz speziell konzipiert und entschlüsselungssicher. Um alles das zu gewährleisten sollen - wenn das System denn flächendeckend geprüft und einsatzbereit ist - 400 Funkmasten in NRW stehen. Zudem sind bis dahin im Kreis Herford 1.500 Feuerwehrleute geschult. Die Geräte hat bis dahin ein Beschaffungsverbund mehrerer Kreise unter Führung des Kreises Lippe gekauft. Bei der Probe im nächsten Jahr sollen nach Möglichkeit zehn Prozent aller Fahrzeuge mit dem Digitalfunk ausgerüstet sein. Selbstverständlich zusätzlich zum Analog-Funk. Aus Sicherheitsgründen.
Sechs Geräte, das sagt Stadtbrandinspektor Heinz Jürgen Tomann, wollen die Engeraner anschaffen: eines für den Einsatzwagen Enger-Mitte, eins für die Drehleiter in Dreyen, eins für den Tomannschen Kommandowagen, eines für das Tanklöschfahrzeug Enger-Mitte und zwei für die Löschfahrzeuge in Enger-Mitte.
Charakteristisch für den Digitalfunk an sich sei dabei, nach Auskunft der Fachleute in der Kreisleitstelle, die Gesprächsverzögerung im Bereich von Sekundenbruchteilen.
Charakteristisch für die dann irgendwann in Deutschland eingeführten Geräte ist der Sicherheitsaspekt. Jedes Gerät funktioniert ausschließlich mit der dafür programmierten Karte. Bei Diebstahl wird das dazugehörige Funkgerät über eine Art Ferndiagnose abgeschaltet.
Nicht ganz unproblematisch sei der Einbau der neuen Geräten. Schließlich müssten dann alle Fahrzeuge des Kreises damit ausgerüstet werden. Tomann schätz pro Gerät eine Einbaudauer von "mindestens einem Tag". Und da gelte es besonders die Frequenzen und den Abstand der neuen Antenne zu den bereits zahlreichen anderen installierten zu beachten.
Mit den gleichen Problemen werden sich auch die Löschzüge der Wehren in Spenge beschäftigen müssen. "Wir werden die jeweils erstausrückende Fahrzeuge in Lenzinghausen, Spenge, Bardüttingdorf, Hücker-Aschen und Wallenbrück damit ausrüsten", sagt Stadtbrandinspektor Thomas Reschke.Er rechnet damit, dass die weiteren Entscheidungen wohl im Spätherbst 2012 fallen werden. Die notwendigen Mittel für Beschaffung und Einbau, das bestätigte Bernd Pellmann, zuständiger Fachbereichsleiter, seien im städtischen Etat dafür bereitgestellt.
Diese Besonderheiten der Technik und die Unwägbarkeiten mögen die Gründe für eine gewisse Verzögerung bei der Einführung des digitalen Funks geführt haben: Ursprünglich war die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Termin genannt.
Der wohl größte Vorteil der neuen Technik liege darin, jederzeit ansprechbar zu sein, erklärt Heinz Jürgen Tomann. Bisher sei das nicht möglich. Wenn jemand funken wolle, müsse er derzeit so lange warten, bis ein anderes Gespräch beendet sei. Das hat sich mit dem Digitalfunk erledigt. Wenn denn die Testphase 2013 erfolgreich abgeschlossen wird.