Enger (nw). Die Winterkälte hat das Land im Augenblick fest im Griff, die meisten Teiche sind zugefroren und haben eine tragfähige Eisschicht.
Und so stellt Hannelore Frick-Pohl untere Landschaftsbehörde fest: "Mangels anderer Wintersportmöglichkeiten ist im Kreis Herford das Schlittschuhlaufen weit verbreitet. Das ist auch ein schöner und gesunder Sport, aber bitte nicht auf den Artenschutzteichen und schon gar nicht in den Naturschutzgebieten."
Im Naturschutzgebiet "Enger Bruch" hat sich auf der Kranichwiese an der Breiten Straße eine ausgedehnte Eisfläche gebildet. Bei strahlendem Sonnenschein lädt diese natürlich zum Schlittschuhlaufen ein. "Aber", schreibt die Naturschützerin des Kreises: "Das Enger Bruch ist ein Naturschutzgebiet und hier ist das Verlassen der Wege und das Ausüben sportlicher Aktivitäten aller Art - insbesondere der Eissport - verboten. Ebenfalls nicht erlaubt ist es , mit dem Auto auf der Breiten Straße zu fahren, denn diese ist nur für forst- und landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben, und dann noch das Auto auf den Wiesen zu parken. Die untere Landschaftsbehörde hat die Ordnungskräfte der Stadt Enger deshalb um Amtshilfe gebeten."
Hannelore Frick-Pohl erläutert die Situation: Entlang der Breiten Straße hat sich ein Röhricht- Hochstaudenbestand gebildet. Diese Pflanzen bilden einen wichtigen amphibischen Lebensraum zwischen Wasser und Land. Für viele Insekten- und Spinnenarten bilden die hohlen Stengel des Schilfs ihr Überwinterungsquartier. Werden die Stengel beim Betreten der Eisfläche niedergetreten, so werden gleichzeitig die Tiere totgetreten. Die Blätter und Stengel der Röhrichtpflanzen werden zerstört, so dass die Arten mit geringerer Wuchskraft im Frühjahr wieder austreiben. Es entwickeln sich Trittschäden, die standortüblichen Pflanzen verschwinden.
Wenn harter anhaltender Frost herrscht, findet unsere Tierwelt weniger zu fressen. Die Tiere müssen mit ihren Fettreserven haushalten, um den Winter zu überleben.
Beunruhigungen durch Menschen, die die ansonsten ruhige Flächen betreten oder Lärm bedeuten für diese Tiere Stress, der sie viel Energie kostet, die nicht nachgeliefert werden kann. Will dann noch ein Hund spielen, ist ein Reh schnell am Ende seiner Kräfte.
Deshalb bitte die Umweltschützerin: "Gehen Sie Ihrem Eislaufvergnügen bitte an den dafür zugelassenen Teichen nach, wie dem Hücker Moor, dem Gläsker-Teich oder dem Mühlenteich im Kilverbachtal. Dabei muss deutlich gesagt werden: Ausdrücklich erlaubt ist das Betreten aus Haftungsgründen nirgends."
Der Kreis Herford übernehme auch keinerlei Haftung bei Unfällen in den Naturschutzgebieten.
Hannelore Frick-Pohl: "Bitte denken Sie daran: Trotz der großen Kälte sind viele Teiche vielleicht doch nicht soweit durchgefroren, dass sie tragen."













