Kreis Herford (jwl). Die Löhner Straße in Herford am Freitagmorgen, kurz nach 11 Uhr: Polizist Heiko Rhode winkt einen dunklen Ford auf den Parkplatz. Der Focus war Sekunden vorher mit einem digitalen Radarmessgerät der Herforder Polizei erfasst worden und einer der ersten 152 Fahrer, die beim Blitzer-Marathon aus dem Verkehr gezogen wurden und zahlen mussten.
Bei zwei Fahrern, so Polizeisprecher Joachim Thater-Klas, reichte das aber nicht mehr. "Sie haben Fahrverbote erhalten. In einem dritten Fall wurde ein Gurtverstoß festgestellt. Die höchste Überschreitung wurde in Rödinghausen mit 82 Kilometern in der geschlossenen Ortschaft gemessen. " Bereits am Abend vor dem Beginn der NRW-weiten Verkehrsüberwachung, hatten Beamte des Verkehrsdienstes in Löhne einen Fahranfänger aus Hannover gestoppt: Mit 101 Stundenkilometern innerhalb geschlossener Ortschaft bei erlaubten 50. Der Mann hat seinen Führerschein auf Probe. Er erhält nun ein Fahrverbot, eine Geldstrafe und muss zur Nachschulung.
Der Kreis und die Stadt Herford unterstützen die Radarmessungen mit eigenen Fahrzeugen, die allerdings nur eine Fahrtrichtung abdecken können. Das Radarmessgerät der Polizei arbeitet in beide Richtungen. Auf der einen Seite wird ein Foto gemacht, das dem Temposünder zugesandt wird. Die andere Fahrtrichtung, bei der ein Foto nicht möglich ist, wird von Beamten abgedeckt, die die Temposünder an Ort und Stelle stoppen und zur Kasse bitten. Die Reaktion der Fahrer war meist verständnisvoll. "Ich habe von den Messungen gehört, aber nicht mehr daran gedacht", berichtete ein geblitzter Fahrer, der auf dem Weg zur Arbeit war.
In den Abendstunden verlagerten sich die Kontrollen mehr und mehr Richtung Herford. Auf der Salzufler, der Bielefelder, Mindener aber auch der Enger- und Bünder Straße wurde per Radar und Laser gemessen.
Der Hintergrund: Die Polizisten nahmen die Besucher der beiden Großdiskos ins Visier. Denn die Gruppe der jungen Fahrer im Alter von 17 bis 24 Jahren löst überproportional häufig schwere und schwerste Unfälle aus. Deshalb beließen es die Beamten nicht nur bei Tempo-Kontrollen: Wie in der Vergangenheit wurden die Fahrer bis Samstagmorgen auch auf Alkohol und Drogen kontrolliert.