Enger. Der Job der Konrektorin an einer Grundschule scheint wie geschaffen für Marie Preuß. "Ich habe Freude am Planen, Koordinieren und Organisieren", sagt die 32-jährige Lehrerin. "Und ich will Schule aktiv mitgestalten." Entsprechend glücklich ist Schulleiterin Claudia Rogge, dass ihr Preuß nun auch offiziell als rechte Hand an der Grundschule Enger-Mitte zur Seite steht.
Kommissarisch hatte Marie Preuß das Amt der Konrektorin bereits mehrere Monate inne. Jetzt wurde sie offiziell mit der Ernennungsurkunde befördert. "Erstmals haben wir seit langer Zeit das Schulleitungsteam wieder komplett", sagt Rogge. "Ich bin sehr froh, dass wir uns jetzt die Aufgaben im Team teilen können."
Gebürtig stammt Marie Preuß aus Halle/Westfalen, derzeit wohnt sie in Borgholzhausen. Beim Studium und im Beruf war die Ostwestfälin ebenfalls betont bodenständig. In Bielefeld studierte sie Deutsch, Mathematik sowie Sachkundeunterricht und qualifizierte sich zusätzlich für die Tätigkeit als Englisch-Lehrerin. Nach ihrem ebenfalls in Bielefeld belegten Studienseminar arbeitete sie für ein Jahr im Kreis Gütersloh, ehe sie 2006 erstmals im Kreis Herford aktiv wurde. In der Vertretungsreserve kam sie praktisch überall dort zum Einsatz, wo Not am Mann war. "Ich war praktisch die Feuerwehrfrau", sagt Marie Preuß. 2008 nahm sie dann an der Grundschule Enger-Mitte ihren Dienst auf, wo sie neben der Leitung einer Klasse auch als Ausbildungslehrerin für den Lehrer-Nachwuchs arbeitete.
Mit der Pensionierung von Konrektor Dirk Löbbe im Sommer 2010 eröffnete sich dann für die junge Lehrerin die Perspektive auf einen Posten in der Schulleitung. Sie bewarb sich für eine Orientierungsfortbildung für Schulleiter und legte im April 2011 die Prüfung ab. Im Juli 2011 übernahm sie dann die Aufgaben der Konrektorin, jetzt hat sie die Position mit Brief und Siegel inne.
Doch auch ohne diese ein halbes Jahr andauernde Warmlauf-Phase dürfte Marie Preuß nun kein Sprung ins kalte Wasser erwarten. "Der Wechsel in die Schulleitung war eine über eine lange Zeit gewachsene, bewusste Entscheidung", betont die Pädagogin.
Entsprechend konzentriert sich die neue Konrektorin auf ihre Aufgaben. Vertretungspläne wollen in akribischer Feinarbeit erstellt und Stundenpläne gebaut werden – egal ob am Bildschirm mit Computer-Diagrammen oder an der Wand bunten Magneten.
"Außerdem muss ich im Fall der Fälle die Schulleiterin in allen dienstlichen Sachen vertreten können", sagt Marie Preuß, die zudem auch in der Steuergruppe der Grundschule Enger-Mitte an der Zukunft der Lehranstalt mitarbeitet. Ohnehin will sie neue Ideen einbringen. "Ich schaue gern über den Tellerrand und informiere mich bei Fortbildungen."
Die 20 Lehrer und rund 280 Schüler müssen jetzt jedoch nicht befürchten, dass Marie Preuß ihre Schule komplett auf links ziehen wird. "Das würden wir wenn auch zusammen machen", sagt Schulleiterin Rogge mit einem Lächeln.