Gütersloh. "...und das Geld stimmt auch, als Soldat bezahlt Ihr weniger Abgaben als in anderen Berufen", erklärt am Bundeswehrstand Thomas Funk. Spätestens jetzt werden Florian, Jan und Sascha hellhörig, zumal der Stabsfeldwebel fortfährt: "Wenn Ihr verheiratet seid, bleibt netto noch mehr übrig." Und dann hat der Uniformierte noch ein bisschen praktische Lebenshilfe für die drei Hauptschüler parat: "Aber niemals wegen des Geldes heiraten."
Berufsinformationsbörse für den Kreis Gütersloh: Der Verein Probierwerkstatt und der Unternehmerverband richten die Veranstaltung an diesem Wochenende zum zweiten Mal in der Stadthalle aus. An etwa 40 Ständen präsentieren sich die großen und einige nicht ganz so große Unternehmen aus dem Kreis, außerdem Hochschulen und Berufskollegs, die die bei ihnen möglichen Bildungsgänge präsentieren. Zielgruppe sind die Schulabgänger dieses Jahres, seien es Neunt-, Zehntklässler oder Abiturienten. "Gerne auch mit den Eltern", sagt Mitorganisatorin Petra Winkler (Miele).
Bis zu tausend Schüler elebten am Freitag und erleben am heutigen Samstag bis 13 Uhr die Berufswelt aus erster Hand. "Anfassen, ausprobieren", so lassen sich laut Rechtsanwältin Alena Miorini (Unternehmerverband) Berufsbilder am ehsten vermitteln. Die Aussteller sehen das offenbar genauso. Insbesondere dort, wo es um handwerkliche Berufe geht, können die jungen Leute selbst Hand anlegen und erahnen, was sie in diesem oder jenem Handwerksberuf erwartet.
"Außerdem ist es wichtig, dass die Schüler auf junge Leute treffen, die sie sich eher anzusprechen trauen als ältere", sagt Miorini. Deswegen haben alle Unternehmen ihre Auszubildenden mitgebracht. Christian Dyballa und Ann-Christin Kriener von Miele etwa, angehender Industriemechaniker und angehende Technische Zeichnerin, die potenziellen künftigen Kollegen aus ihrem Beruf berichten.
Außerdem steht am Miele-Stand die Attraktion der Veranstaltung schlechthin, ein metallenes "Jakkolo"-Spiel, bei dem es gilt, Pucks über einer glatten Oberfläche schlittern zu lassen und idealerweise dort zu versenken, wo es die meisten Punkte gibt. "Das Spiel gab es schon bei Stefan Raab zu sehen. Eigentlich ist es aus Holz, aber wir als Metallbetrieb haben es natürlich aus Metall konstruiert", sagt Dyballa, der amüsiert feststellt, dass das Spiel womöglich zu attraktiv für die Veranstaltung ist: "Viele wollen vor allem spielen." Aber solche Kandidaten erinnern die Miele-Azubis daran, warum sie eigentlich die Stadthalle besucht haben.