Gütersloh. Die Mieter eines Hauses am Hüssengarten kennen Einsätze von Polizei und Feuerwehr mittlerweile gut. Am Dienstagabend brannte es zum zweiten Mal binnen 24 Stunden in der Küche eines 50-jährigen Mieters. Zwei weitere Male wurde die Polizei alarmiert, weil der 50-jährige randalierte. Im Februar hatte er erstmals einen Küchenbrand verursacht.
Bewohner des Hauses wunderten sich um 20.50 Uhr über Gerüche in dem Mehrfamilienhaus und riefen vorsichtshalber die Polizei. Die Beamten kannten die Adresse. Bereits am Montag hatte es drei Einsätze dort gegeben. Tagsüber hatte der alkoholisierte Mann im Treppenhaus randaliert, weil er seinen Wohnungsschlüssel offenbar vergessen hatte.
Nur wenig später fühlte sich eine Mieterin belästigt, weil der 50-Jährige ständig klingelte und gegen ihre Tür klopfte. Abends vergaß der Mann Essen auf dem Herd, die Feuerwehr brachte den Topf sowie eine Pfanne ins Freie und lüftete die Wohnung.
Das musste sie dann auch 22 Stunden später wieder. Gegen 21 Uhr ging der Notruf bei der Polizei ein, die Beamten schauten nach der Ankunft durch ein Fenster in die völlig verqualmte Wohnung und sahen den 50-Jährigen regungslos vor der Couch liegen. Sie traten die Balkontür ein und zogen den Mann auf den Balkon, wo er später vom Notarzt behandelt wurde.
Ursache für die starke Qualmentwicklung waren nach Polizeiangaben mehrere eingeschaltete Herdplatten in der Küche. Verschiedene Lebensmittel in der Nähe der Herdplatten waren bereits verkohlt.
Der Notarzt konnte aufgrund einer starken Gesichtsverletzung im Bereich des linken Auges, die der Mann sich offenbar bereits einige Tage zuvor zugezogen hatte, eine Schädelfraktur nicht ausschließen. Im Krankenhaus wurde schließlich eine lebensgefährliche Rauchgasvergiftung diagnostiziert.
Die Polizeibeamten wunderten sich, dass die Wohnung ordentlich und aufgeräumt war. Nach dem ersten Brand hatten tagsüber die Eltern des 50-Jährigen in der Wohnung saubergemacht.
Zeitgleich hatten sich andere Mieter mit Rauchmeldern ausgerüstet, die sie im Treppenhaus aufhängten. Sie sind in Sorge.