Gütersloh. Mit seinen Feinschmecker-Fertiggerichten resüssiert Stefan Roggenkamp auf internationalem Parkett. Seine von Sterne-Köchen kreierten und mehrfach preisgekrönten Suppen sind bei Käfer in München und selbst in Dubai zu finden. Mit dem Wohnprojekt für an Demenz Erkrankte im "Alten Parkhotel" in Sundern hat der umtriebene Geschäftsmann und ehemalige Investmentbanker aus London allerdings kein glückliches Händchen.
Auf der Internetseite der von Roggenkamp gegründeten Deutschen Demenzstiftung "Vergissmeinnicht" ist zu lesen: "Die erste Pflegeeinrichtung der Demenzstiftung wird Anfang 2008 im ,Alten Parkhotel’ entstehen." Entstanden ist bislang gar nichts. Seit Jahren liegt der Plan, in und um das historische Fachwerkhaus für 1,4 Mio. Euro ein Heim für zwei Wohngruppen zu schaffen, also das eigentliche Stiftungsziel, auf Eis.
Auf das Thema angesprochen, reagiert Roggenkamp mit kaum gezügelter Emotion. Er sei das Opfer eines "miesen Tricks" geworden. Täter soll der Architekt Ekkehard Stückemann (Hannover) sein, der seine Pläne im Februar 2007 zusammen mit Roggenkamp der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. "Er kam auf mich zu, bot mir an, die Pläne umsonst zu erarbeiten, da es sich um eine gemeinnützige Stiftung und ein ehrenwertes Projekt handele", sagt Roggenkamp. Stattdessen habe er ihm plötzlich einen rückdatierten Architektenvertrag vorgelegt, in dem nicht nur das vollständige Honorar verlangt wurde, sondern zudem das Projekt überteuert bewertet wurde. So sei z.B. ein Kräutergarten geplant worden, vom dem er, Roggenkamp, gar nichts gewusst habe. "Unter diesen Voraussetzungen hätte ich niemals einen auswärtigen Archtitekten beauftragt."
Darauf angesprochen reagiert Stückemann nicht weniger emotional. "Das ist ja frech! Ich bin sprachlos." Da er in Rheda-Wiedenbrück mit der Ev. Stiftung ein Seniorenheim plane, auf diesem Gebiet auch schon zuvor, etwa in Versmold, aktiv war, habe er am Wohnheim für Demenzkranke Interesse gezeigt. Die bereits vorliegenden Pläne seien wertlos gewesen.
"Die Bewohnerzimmer waren zu klein und deshalb nicht genehmigungsfähig." Seine Pläne dagegen, die zwei zusätzliche Pavillons vorsehen, seien mit der Heimaufsicht abgestimmt gewesen, er habe Angebote eingeholt, Preise verglichen, den Bauantrag gestellt. Niemals habe er zugesagt, ein so großes Projekt umsonst zu planen, allenfalls einen Nachlass in Aussicht gestellt
"Wir hätten eigentlich loslegen können." Doch Roggenkamp habe sich nicht mehr gemeldet. Auch Burkhard Kankowski, Geschäftsführer des Vereins Daheim, der die Pflege übernehmen wollte, spricht von "plötzlicher Funkstille." Der Verein habe sich daher von dem Projekt verabschiedet.
Nur nach massivem Drängen, so Stückemann, sei eine erste Rate auf das Honorar (10.000 Euro) überwiesen worden. Sein Büro habe jetzt einen Rechtsanwalt eingeschaltet.
Roggenkamp auch. Bis der entschieden ist, wird das "Alte Parkhotel" wohl weiter altern. Denn Roggenkamp müsste, selbst wenn er das angeblich ausstehende Honorar begleichen würde, komplett neue Pläne erstellen lassen oder mit Stückemann bauen. Denn auf seine Pläne hat der Architekt ein Urheberrecht. Eine Zusammenarbeit der beiden scheint derzeit aber ausgeschlossen.