Gütersloh (ben). Musikalische Band-Wettbewerbe haben in Ostwestfalen bereits eine lange Tradition. In der Regel geht es den Teilnehmern dabei um das Weiterkommen und den Sieg. Ein ganz anderes Konzept hingegen steht beim Newcomer-Band-Contest (NBC) im Vordergrund, der am vergangenen Samstag in Gütersloh in seine zweite Runde gestartet ist. Profitieren soll hier letztlich jeder - allen voran die vielfältige und junge Bandkultur des Landes.
Die Initiatoren Michael Tlusty und Volker Eickhoff setzen mit ihrem Konzept vor allem auf eines: Die nachhaltige Förderung junger Bands aller Stilrichtungen. "Bei uns bekommen alle Bands eine fachmännische Beurteilung ihres aktuellen Standes und Tipps von Profis, egal wie weit sie kommen", beschreibt Eickhoff. Und genau dieser Aspekt ist es, der den Organisatoren bereits im letzten Jahr mehrere hundert Bewerbungen bescherte. "Wir konnten vielen Bands helfen, indem wir einfach unsere ehrliche Meinung gesagt haben". Nachhaltigkeit bedeutet beim NBC vor allem, dass die Bands auch nach dem Contest begleitet werden. Spezielle Workshops zum Thema werden allen Bands angeboten. Zur Überprüfung der Fortschritte werden regelmäßig Live-Auftritte organisiert, die den Bands selber zusätzliche Sicherheit und Erfahrung einbringen.
Unterstützer finden Eickhoff und Tlusty unter anderem im Deutschen Rock- und Pop-Musikerverband und dem Deutschen Musikrat, der für das Spitzenförderprojekt "PopCamp" auf diesem Weg auf Qualität aus Ostwestfalen baut. Am Samstag standen die ersten vier Bands aus der Region auf der Bühne des Live-Jamm-Clubs in Gütersloh und boten bereits zum Start ein recht hohes Niveau - auch wenn die Abmischung in Teilen nicht ganz überzeugen konnte.
Musikalisch waren an diesem Abend vor allem härtere Rock-Töne zu hören. So brachten unter anderem die Musiker von "Arschrock" aus Langenfeld sowohl derbe Töne als auch Texte mit und machten so den lauten Anfang. Am Ende konnten aber "Lost In Thoughts" aus Stemwede mit schwungvoll-melodiösem Pop-Punk die Juroren überzeugen. Bandcoach und Jury-Mitglied Thilo Heß: "Die Band wirkte sympathisch, spielfreudig, selbstkritisch und ambitioniert. Das sind gute Voraussetzungen für eine Band und für eine Zusammenarbeit, wie der NBC sie anbieten kann." Sie werden am 24. Oktober um den Einzug ins OWL-Finale erneut gegen drei Bands antreten.
Zeitgleich mit dem Contest für Ostwestfalen, bei dem in diesem Jahr noch 28 weitere Bands auftreten werden, finden auch in Coburg Vorentscheide statt. Der endgültige Gewinner wird im Bundesfinale ermittelt. Aufgrund von Bewerbungen aus ganz Deutschland wird das Format bereits im nächsten Jahr deutlich ausgeweitet werden. Lokale Partner sind bereits gefunden, lediglich die schwierige Finanzierung konnte das ambitionierte Projekt in diesem Jahr aufhalten.