Gütersloh. Die zehnte Auflage des Honky Tonk Festivals wurde am Samstag einer Jubiläumsparty nicht gerecht. Bei unveränderten Eintrittspreisen hatte sich die Zahl der teilnehmenden Kneipen im Vergleich zum Vorjahr um fünf reduziert. Da das Brauhaus zudem nur noch eine Band präsentierte, schrumpfte die Zahl der Liveacts sogar um sechs.
In den vergangenen Jahren hatte das Musikfestival mit einem Gesangswettbewerb mit über 500 Teilnehmern bei Karstadt begonnen. Diesmal blieb das Kaufhaus am Berliner Platz Honky-Tonk-frei. "Die Marketingabteilung des Hauses hat sich aus Kostengründen gegen eine Teilnahme entschieden", erklärte Dominik Brähler, Geschäftsführer des Veranstalters Blues Agency GmbH aus Leipzig, auf Anfrage der NW.
Die hohen Kosten für die Musiker hatten wohl auch andere Teilnehmer abgeschreckt. "Es lohnt sich für uns finanziell nicht", zitierte eine Mitarbeiterin der "Tubar" die Worte ihres Chefs Efthimios Bonatsos. Daher habe man sich kurzfristig gegen eine Teilnahme entschieden. Im Flyer des Veranstalters tauchte die Eckkneipe noch als Station Nr. 11 auf; Dominik Brähler begründete das Fehlen der Lokalität damit, "dass der Inhaber die vergangenen vier Wochen nicht erreichbar war".
Da auch das benachbarte Gasthaus Gutenberg und das Cafébackhaus Liening sowie die Kneipe Loch Ness nicht teilnahmen, präsentierte sich das Herzstück der Gütersloher Kneipenszene schwer angeschlagen, was dem Honky Tonk praktisch den K. o. versetzte.
Die Tische vor den Honky-Tonk-Aussteigern waren dennoch gut gefüllt. Warum auch 14 Euro Eintritt bezahlen, wenn man doch draußen ebenfalls kühle Getränke serviert bekommt und die einzige Musik aus Patrick’s Irish Pub, der ohnehin jeden Samstag Livemusik zum Nulltarif präsentiert, auch hier zu hören ist?!
Und so blieben in den größeren Lokalitäten einige Tische leer und die Stimmung gedämpft. Der gute Laune Rock’n’Roll von "The Hornets" übertrug sich im Saal des Brauhauses kaum auf das Publikum. Die Sitzplatzatmosphäre erinnerte eher an Schwiegermutters 70. Geburtstag als an Partystimmung. Einzig in den kleinen Kneipen machte sich die geringe Besucherzahl nicht bemerkbar. In der Alten Heuwaage war es gewohnt eng, und im Bermpohl feierten die Partygänger dicht gedrängt mit der Rock-Coverband "Four Roses". Doch insgesamt wäre eine Überarbeitung des Konzepts im Hinblick auf die elfte Ausgabe ratsam.