Harsewinkel/Solingen. Sie sind sehr jung und hatten doch schon Pläne zur Familiengründung. Janine S. (17) aus Solingen und ihr gleichaltriger Freund aus Harsewinkel freuten sich auf ihr Kind. Für den Nachmittag des 7. Mai hatten beide einen Termin beim Frauenarzt in Solingen, wollten sich den Embryo - Janine war im vierten Monat schwanger - zum ersten Mal gemeinsam auf einem Ultraschallbild anschauen.
Doch der 17-Jährige, der die Solingerin im Internet kennengelernt hatte, wartete in der elterlichen Wohnung seiner Freundin vergeblich darauf, dass Janine von der Schule nach Hause zurückkehrte. Sie war Opfer eines Verbrechens geworden. Der heute 29-jährige Stefan G. aus Solingen hatte der Gymnasiastin auf einem Waldweg aufgelauert, sie mit einem Messer bedroht, gefesselt und in seine Wohnung verschleppt.
Dort, so lautet die Anklage, über die zurzeit in Wuppertal verhandelt wird, soll er das Mädchen mehrfach vergewaltigt haben - obwohl es dem Täter von der Schwangerschaft erzählt habe. Janine S., damals 16, musste gefesselt ein dreitägiges Martyrium in der Wohnung von G. ertragen, nur wenige hundert Meter von ihrem Zuhause entfernt. Ihr gelang die Flucht, als G. sie in der Wohnung zurückließ um zu einer Konfirmationsfeier aufzubrechen. Auf der Feier wurde Stefan G. Stunden später am 10. Mai festgenommen.
Janine S. "redet bis heute kaum über das Erlebte", berichtete ihr Freund bei der Verhandlung vor dem Wuppertaler Landgericht. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal wirft dem Angeklagten Geiselnahme, Vergewaltigung in mehreren Fällen und Besitz umfangreichen kinderpornografischen Materials vor, das in seiner Wohnung sichergestellt wurde. Der Angeklagte habe eine "umfangreiche geständige Einlassung" abgelegt, so ein Gerichtssprecher. Ihm drohen bis zu 15 Jahren Haft.
Janine S. erwartet die Geburt ihres Kindes für den 19. November. Sie will dann in ein Mutter-und-Kind-Haus in der Nähe des Wohnorts ihres Freundes ziehen. Das berichteten der junge Mann und die Mutter des Opfers vor Gericht laut Solinger Tageblatt.
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