Harsewinkel. Claas setzt den Rotstift an. Der Harsewinkeler Erntemaschinenhersteller hat sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig 100 Millionen Euro einzusparen. Das Sparpaket mit dem sportlichen Namen "Fitness 2010" ist in der jüngsten Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift Claas intern von Cathrina Claas-Mühlhäuser (34) verkündet worden.
"Wir müssen den Gürtel enger schnallen", schreibt die designierte Unternehmenschefin, Tochter des Firmenpatriarchen Helmut Claas (83). Nach dem Boom-Jahr 2008, als der Konzern mit weltweit 9.100 Beschäftigten in allen Sparten Rekordzahlen schrieb (Umsatz 3,24 Milliarden Euro), muss man sich nun auf magere Zeiten einstellen.
Siebenköpfiges Management
Der Claas-Konzern wird von sieben Geschäftsführern gesteuert. Sprecher der Geschäftsführung ist Theo Freye, ferner gehören Hermann Garbers (Technologie), Hans Lampert (Finanzen), Ulrich Jochem (Traktoren), Lothar Kriszun (Vertrieb), Rolf Meuther (Futterernte) und Jan-Hendrik Mohr (Getreideernte) zur Spitze. Aufsichtsratschef ist Helmut Claas, seine Tochter Cathrina sitzt in Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss.
Die globale Wirtschaftskrise setzt auch dem Harsewinkeler Erntespezialisten arg zu. Darauf hat man bereits reagiert: Die Zahl der Zeitarbeiter wurde deutlich reduziert, seit Wochen wird bei Claas kurzgearbeitet. An Personalabbau sei aber (noch) nicht gedacht, hieß es. Seit Monaten zeichnet sich ab, dass Claas in diesem Jahr mit einem deutlichen Einbruch rechnen muss. Die Claas KGaA will ihre aktuellen Geschäftszahlen aber erst im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am 14. Dezember vorstellen.
Über Einzelheiten schweigt das Unternehmen
Mit "Fitness 2010" soll das Unternehmen auf Kurs gehalten werden. In dem Paket sind viele Einzelprojekte enthalten, die den gesamten Konzern betreffen. Durch das Ausschöpfen von Sparpotenzialen und Effizienzsteigerungen soll die Kostenstruktur verbessert werden. Über Einzelheiten hüllt sich Claas in Schweigen. Spekuliert wird, dass vor allem Kostensenkungen bei den Lieferanten geplant sind.
Cathrina Claas zeigt sich zuversichtlich, dass das Unternehmen gut durch die Krise kommt: "Wir werden wieder wachsen. Jetzt geht es darum, durch diesen Abschwung zu steuern", schreibt sie im Editorial.