Gütersloh. Beim Fußballspiel FC Gütersloh gegen SV Lippstadt ist es gestern Abend zu massiven Ausschreitungen gekommen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Gewalt ging offenbar jedoch nicht von Anhängern der beteiligten Vereine aus, sondern von Hooligans aus Beckum.
Wie es hieß, hatten sich die Hooligans per Internet formiert. Das sei aus Fanforen ersichtlich gewesen. Gleichwohl hatte mit der Brutalität der Angreifer offenbar niemand gerechnet. Die Polizei nahm bis zum späten Abend acht Randalierer fest. Gütersloher Fußballfans sollen nicht an den Ausschreitungen beteiligt gewesen sein.
Die Täter waren zum Teil vermummt. Laut Auskunft der Polizei waren etliche von ihnen mit der Bahn in Gütersloh angekommen und hatten sich erst später vermummt. Die Randalierer entzündeten bengalische Feuer und warfen sie in Vorgärten in der Nähe des Heidewaldstadions. Aus Angst verschlossen manche Anwohner ihre Häuser und verdunkelten sie.
Die Ausschreitungen begannen, als drei Busse mit Anhängern des SV Lippstadt am Stadion eintrafen. Die vermummten Randalierer griffen einen der Busse an und schlugen die Fensterscheiben ein. Auf der Straße kam es zu chaotischen Szenen. Der Tumult entwickelte sich zu einer Massenschlägerei mit mehreren Verletzten. Nach Kenntnis der Polizei musste aber keiner ins Krankenhaus. Nach ihrer Attacke auf die Lippstädter Fans zogen sich die Angreifer zurück und verteilten sich. Die Polizisten, bis zu 50 an der Zahl, suchten die Umgebung ab. Zwischenzeitlich stieß eine Hundertschaft aus Bielefeld hinzu, die auf dem Weg zu einer Rockerbanden-Einsatz in Greven war.
"Ich bin jetzt zwölf Jahre szenekundiger Betreuer des Vereins, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte der Polizist Norbert Claassen. Für ihn habe es so ausgesehen, als sei die Schlägerei verabredet gewesen.
FC Güterloh-Präsident Udo Böning sagte, er sei bereits am Donnerstag von Daniel Craes, dem Geschäftsführer des SV Lippstadt, darauf hingewiesen worden, dass sich im Umfeld des Nachbarschaftsderbys etwas zusammenbraue. Daraufhin sei die Polizei in Lippstadt informiert worden. Polizei und Ordnungsamt hätten den FCG anschließend angewiesen, die Heidewaldstraße zu sperren, was auch geschehen sei. "Wir waren aber davon ausgegangen, dass die Polizei hier wesentlich stärker vertreten ist." Er kritisierte, dass erst nach der Eskalation die Polizeistärke vergrößert wurde. Die Gütersloher Fans nahm Böning in Schutz. "Die haben mit der Sache nichts zu tun."
Nach dem Spiel wurden die Lippstädter unter massivem Polizeischutz aus dem Stadion geleitet. Auch in Lippstadt selbst wurden sie von Beamten beschützt.