Gütersloh. 360.000 Besucher sollten es wieder werden in der "Welle". So sah jedenfalls die Prognose der Wirtschaftsberater für die Zeit nach dem teuren Umbau des Freizeitbades aus. Eine Vorhersage, die möglicherweise den letzten Ausschlag dafür gab, dass die Stadtwerke (SWG) 2007 bereit waren, fünf Millionen Euro zu investieren. Von dem Ziel sind die SWG freilich noch weit entfernt. Aber die Bäderbetriebe arbeiten dran. Und verweisen auch auf eine "Punktlandung".
So hat die großzügig erweiterte und modernisierte Sauna - spätestens seit Eröffnung des Badesees samt Ruhehaus die Hauptattraktion in der "Welle" - die hochgesteckten Erwartungen erfüllt. 50.000 Besucher sollten es sein, und vermutlich werden es sogar einige mehr werden. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber der dem Jahr vor dem Umbau um 26 Prozent.
Entsprechend zufrieden ist Michael Sucker, seit einem Jahr neuer Leiter der Bäderbetriebe. Der Erfolg kommt für ihn nicht von ungefähr. So ist die neue Sauna gerade erst mit einem Qualitätssiegel des Deutschen Saunabunds (DSB) als "Premium"-Anlage mit fünf Sternen ausgezeichnet worden. Sie wurde damit in die höchste Kategorie eingestuft. Bewertet worden seien von den Testern Ausstattung, Service-Leistungen, Mitarbeiter-Kompetenz und Freundlichkeit.
Auf den Lorbeeren will sich Sucker nicht ausruhen. Neue Angebote zu den klassischen Themen Feuer, Wasser, Erde seien in Planung. "Wir setzen dabei bewusst nicht auf Exotisches." Dadurch grenze sich die "Welle"- Sauna erfolgreich von der Konkurrenz ab. Mit gezielten Angeboten zu verschiedenen Zeiten soll die Besucherzahl kontinuierlich auf 60.000 pro Jahr erhöht werden. "Dann stoßen wir schon wieder an unsere Kapazitätgrenze".
Konkrete Verbesserungsvorschläge hat Stammgast Günter Blome, seit 17 Jahren regelmäßig zu Gast in der "Welle"-Sauna, parat. "Es gibt zwar mehr Aufgüsse, aber es fehlt eine weitere Blockhaus-Sauna. Toll wäre eine auf Stelzen über dem See und mit moderater Temperatur zwischen 75 und 85 Grad." Auch ließe sich der Sichtschutz im Thekenbereich verbessern. Ansonsten ist Blome voll des Lobes: "Das ist ein runde Sache geworden."
Wirklich unzufrieden sind die Bäderbetriebe auch mit der Resonanz im Freizeitbereich nicht. Denn mit rund 330.000 Besuchern liegt die "Welle" in diesem Jahr drei Prozent über dem Durchschnitt der 300 Bäder, die der Arbeitsgemeinschaft des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) angehören. Allerdings: Im Jahr vor dem Umbau waren es noch 338.000 (5,2 Prozent über VKU-Durchschnitt).
Wie die Verbandsstatistik zeigt, kam es 2004 überall zu einem deutlichen Rückgang. Seither bewegt sich der Besucherschnitt um die 320.000er Marke. "In wirtschaftlich schlechten Zeiten geben Leute nicht mehr Geld für Freizeitvergnügen aus", sagt Sucker.
Entsprechend vorsichtig sind die weiteren Prognosen. Zwei bis drei Prozent Besucherplus pro Jahr sind sind in Gütersloh angepeilt. "Das ist ein gesundes Wachstum."
Aber woher soll es kommen? Große Hoffnung setzen die Bäderbetriebe auf den Ausbau der Kooperation mit den Schulen. Nach erfolgreichen Probeläufen mit der benachbarten Geschwister-Scholl-Schule sollen kommendes Jahr weitere Vereinbarungen abgeschlossen werden. Hauptziel: Den Freizeitbereich in den besucherarmen Zeiten am Vormittag besser auszulasten.
So könnten die Schulen die "Welle" an Wandertagen nutzen. Geboten werde ein vielfältiges Programm, von der Wasser-Laboruntersuchung bis zum Rettungsschwimmen mit der DLRG, die wie andere Organisationen als Sponsoren eingebunden werden sollen. Angesichts von rund 30 Schulen in Gütersloh spricht Sucker von einem "Riesenpotenzial".
Zudem ist geplant, das für alle Besucher offene Kursprogramm auszuweiten. Die Teilnehmer müssen dabei außer dem normalen Eintrittspreis keine zusätzliche Gebühr bezahlen. Die ersten Angebote würden sehr gut angenommen.
SWG-Sprecher Roland Stüwe zeigt sich daher optimistisch. "Unsere vielfältigen Bemühungen sollten bald weitere Früchte tragen."