Gütersloh. Sie ist das Wahrzeichen von Isselhorst, eins derletzten großen Industriedenkmäler Güterslohs, Symbol einer 300-jährigen Firmengeschichte und Objekt eines ehrgeizigen Traums: Die Kornbrennerei Elmendorf in Isselhorst. Jahrelang versuchte die Familie Elmendorf, das komplett unter Denkmalschutz stehende Areal mit neuem Leben zu erfüllen. Jetzt ist der Traum gescheitert. Der Stadt liegt ein Antrag auf Abriss vor.
"Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen", sagt Kai Elmendorf, Geschäftsführer der Elmendorf GmbH. Das ist ihm zu glauben. Seit 1689 ist die Familie Elmendorf in Isselhorst ansässig, 300 Jahre lang brannten die Elmendorfs dort Korn. Kai Elmendorf, Sohn des letzten Firmenchefs Knut Elmendorf, hatte viel vor mit dem 8.000 Quadratmeter großen Areal mitten im Ortskern. Vier Millionen wollten die GmbH und zwei Bankinstitute ursprünglich in die Sanierung und den Umbau des Industriedenkmals stecken, für weitere zwei Millionen wurde ein Investor gesucht. Eine Gastronomie der gehobenen Klasse sollte dort entstehen, Büros, Einzelhandelsgeschäfte und ein Appartement-Hotel. Im Dezember 2006 stellte er das ausgefeilte Konzept der Presse vor - voller Optimismus, es realisieren zu können. "Wir haben mit einigen Investoren verhandelt, doch es hieß ,alles oder nichts.’" Das entworfene Konzept sei zwar gut angekommen, doch die Familie als Miteigentümer war nicht gewünscht. Also entschloss man
sich, das Areal komplett zu verkaufen. Verhandelt wurde mit vielen, zuletzt mit dem auf die Sanierung von Industriebauten spezialisierten Gütersloher Architekt Walter Hauer. "Wir konnten uns über den Preis nicht einigen", sagte Hauer im NW-Gespräch. Kai Elmendorf sagt, dass der Architekt das Angebot einer Erbpacht nicht annehmen wollte.
Ein Erhalt der seit Jahren leerstehenden Gebäude auf eigene Kosten kommt für die Familie nicht in Frage. "Das können wir nicht schultern." Allein der Unterhalt würde schon jährlich 20.000 Euro verschlingen. Die Suche nach einem Investor habe man aufgegeben. "Isselhorst ist nicht Düsseldorf", sagt Elmendorf. Die Lage sei zwar gut, aber das Interesse an solchen Projekten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gering.
An einen Fall, in dem die Stadt Gütersloh ein denkmalgeschütztes Gebäude zum Abriss frei gegeben hat, kann sich Kai Elmendorf nicht erinnern. Im an historischen Industriebauten reichen Ruhrgebiet falle die Entscheidung sicherlich leichter. Elmendorf betont, dass er für eine Kooperation mit der Stadt und neue Ideen offen sei.
Wird dem Abrissantrag zugestimmt, müsste dort laut geltendem Bebauungsplan wieder Gewerbe angesiedelt werden.