Gütersloh. Ende eines Traditionsbetriebes: Der Renault-Händler Pahnhenrich gibt nach 42 Jahren seinen Standort in Gütersloh auf. Rund 15 Mitarbeiter sind betroffen. Geschäftsführer Wolfgang Pahnhenrich (53) führt gesundheitliche und wirtschaftliche Gründe an.
"Ich habe mich schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen", sagte Pahnhenrich gestern. Allen Mitarbeitern wurde zum 31. August gekündigt. "Es ist mein großes Ziel, allen Beschäftigten eine Perspektive zu geben und sie woanders unterzubringen." Der Service-Betrieb in Rietberg, wo Pahnhenrich 2008 an der Konrad-Adenauer-Straße das Autohaus Rupprath übernahm, bleibe bestehen, werde ausgebaut. Aktuell sind dort vier Mitarbeiter beschäftigt.
Der Markt für Kfz-Händler sei derzeit alles andere als leicht, sagte Pahnhenrich. "Die Abwrackprämie hat vorübergehend geholfen, aber seither sind die Probleme nur umso größer." Seit 2000 gingen die Verkaufszahlen zurück. Zunehmend mache sich auch bemerkbar, dass der Standort an der Wilhelmstraße (hinter Marc Aurel) alles andere als ideal gelegen sei.
Hinzu kämen die Auflagen, die Renault Deutschland an seine Händler stellt und die ständig verschärft würden. Da gehe es um Mindestgrößen für den Verkaufsraum, Auflagen für die Werkstatt, selbst für die Beleuchtung. "Wir hätten jetzt 200.000 Euro investieren müssen, um all das zu erfüllen", sagte der Firmenchef. Da sowohl er als auch seine mitarbeitende Ehefrau Angelika (46) gesundheitlich angeschlagen sind, sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, einen Schnitt zu machen. Der Händlervertrag läuft Ende August aus.
Das Autohaus war 1968 von Klemens und Anna Pahnhenrich gegründet worden und war damals eine reine Kfz-Reparaturwerkstatt. 1972 wurde der Vertrag mit Renault geschlossen. 1982 wurde aus der Einzelfirma eine GmbH, weitere zehn Jahre später übernahm Wolfgang Pahnhenrich die Firma. Er hatte zuvor von 1985 bis 1992 einen Renault-Alpine-Stützpunkt mit vier Mitarbeitern geleitet, die er in die GmbH integrierte.
Die Alpine-Fahrer und all die anderen Stammkunden will Pahnhenrich künftig von Rietberg aus bedienen, wo er Sohn René (27), der unlängst seine Meisterprüfung abgelegt hat, unterstützt. Der Neu- und Gebrauchtwagenhandel dort, die Werkstatt und die Autovermietung würden demnächst noch um einen Boschdienst erweitert.