Gütersloh (ai). Trotz Vorbehalte von SPD, BfGT und Linke sowie scharfer Proteste der PariSozial GmbH heißt der neue Mann der Weberei aller Voraussicht nach Matthias Markstedt. Die Verwaltung erhielt vom Kulturausschuss den Auftrag, mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Wapelbads zu verhandeln, um der Politik ein ausgereiftes Konzept vorzulegen.
Der Vorstand des PariSozial (Wuppertal) gibt sich allerdings nicht kampflos geschlagen. In einem Schreiben an Bürgermeisterin Maria Unger und Kulturdezernent Andreas Kimpel beschwert sich Vorstandsmitglied Dorothea Hüttersen über den "mehr als schlechten Stil", in dem der gemeinnützige Verein behandelt worden sei. Hüttersen verlangt eine öffentliche Erklärung, in dem die Stadtverwaltung die Leistungen des Trägers, vor allem für das breite kulturelle Angebot, würdigt.
Doch nicht nur das. Es geht auch um Bares. Einem Wechsel der Trägerschaft stimmt der Verein nur zu, wenn er für die finanziellen Aufwendungen seit der Übernahme 2007 in vollem Umfang entschädigt wird und die Übernahme des Personals sichergestellt wird. Die PariSozial hat nach eigenen Angaben Darlehen in Höhe von 87.000 Euro aufnehmen müssen, um alte Verbindlichkeiten des damaligen Vereins bedienen zu können. Weitere Kosten werden für das Inventar geltend gemacht.
Diese Forderungen werden Bestandteil der Verhandlungen mit Markstedt sein, mit der die Plattform aus CDU, Grünen und UWG die Verwaltung gestern beauftragte.
Wie mehrfach berichtet, war für die Ratsmehrheit ausschlaggebend, dass Markstedt nur einen städtischen Mietkostenzuschuss von knapp 74.000 Euro erwartet. Bliebe die PariSozial Träger, würde der Zuschuss zwar jährlich schrumpfen, liege 2011 jedoch immer noch bei 120.000 Euro.
SPD und BfGT stehen einem Trägerwechsel zwar nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, baten sich aber mehr Zeit aus. Sowohl Matthias Trepper (SPD) als auch Norbert Morkes (BfGT) bemängelten, dass bislang von Markstedt kein Konzept vorgelegt worden sei. Auch die Verwaltung verlangte einen "Businessplan" mit detaillierten Aussagen über Finanzierung, Gesellschaftsform und Inhalten sowie zu Aufsichtsgremien. Eine dauerhafte Übernahme müsse gesichert sei, so Kulturdezernent Andreas Kimpel. "Wir haben keine Zahlen, keine Inhalte", so Matthias Trepper (SPD), dessen Fraktion sich bei der Abstimmung ebenso enthielt wie BfGT und Linke.














