Gütersloh. Es wird von den Verantwortlichen gar nicht lange drumrum geredet. Das neue Theater hat seine erste Woche bei voll laufendem Betrieb überstanden und es sind Fehler und Unwägbarkeiten aufgetreten. "Die werden wir jetzt unmittelbar in Angriff nehmen", erklärt Kulturdezernent Andreas Kimpel.
Das dringendste Problem findet sich in den ersten beiden Sitzreihen des oberen Rangs. "Hier gibt es durch das Sicherungsgeländer eine deutliche Sichtbehinderung wenn die Bühne im vorderen Teil bespielt wird", so Kimpel. Bei der Berechnung der Sichtachsen sei dies nicht aufgefallen. Schuld sei auch eine etwas knifflige Rechtslage: Versammlungsstättengesetz und Arbeitsschutzgesetz schrieben jeweils eine andere Mindesthöhe von 80 beziehungsweise 70 Zentimeter für das Geländer vor. "Wir haben uns für die höhere Variante entschieden", für das Reinigungspersonal gebe es sogar eine Ankettungsvorrichtung. Die Zuschauer aber auf den teuren Plätzen - Preiskategorie I - blickten mitunter vor die Geländerbrüstung. "Für uns als Betreiber eine schwierige und ärgerliche Angelegenheit", findet Kimpel. Nächste Woche soll ein Treffen mit der Bauordnung stattfinden, um eine Lösung zu erarbeiten. Möglicherweise wird das Geländer um zehn Zentimeter abgesenkt.
Auch die Verschmutzung des Gebäudes gibt den Verantwortlichen zu denken auf. "Nach den ersten Tagen gab es Wandverschmutzungen an Stellen, die wir kaum erklären konnten", darum soll nun mit dem Farbenhersteller gesprochen werden, ob es eine geeignete Latex-Farbe mit mattem Grad gibt, die für die Flächen im Gebäude zu gebrauchen ist. "Dann sind die Wände abwaschbar", so Kimpel. In der Skylobby habe man diese Farbe bereits aufgetragen.
Ähnlich ist es mit dem weißen Epoxidharz-Boden, der nach einer Woche Theaterbetrieb an Strahlkraft eingebüßt hat. "Es ist ein hochstrapazierfähiger Belag, der jedoch eine Patina bekommen wird", das sei dem Architekten immer klar gewesen. "Der Boden muss jetzt eingepflegt werden", erläutert Andreas Kimpel. Je höher der Putzgrad, umso besser die Schutzschicht.
Die Skylobby - bislang noch nüchtern in der Ausstattung - wird in den folgenden Wochen durch Deko-Akzente wie Kerzenleuchter oder Vasen aufgehübscht. "Wir haben viele gutgemeinte Vorschläge zur Einrichtung bekommen", aber Kimpel beteuert: "Das ist kein Restaurant, das ist eine Lounch." Das Konzept sehe vor, dass die Basis das Raums minimalistisch bleibe, denn "alle die dort feiern wollen, haben die Möglichkeit, sich dort nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen."
"Extremst aufpassen" wollen und müssen die Betreiber beim Abstellen von Geschirr und anderen Gegenständen auf den Balustraden. "Wir hätten diese Mauerabschlüsse gerne schräg gemacht", somit hätte kein Glas dort Halt gefunden und die Gefahr des Absturzes in die Tiefe wäre gebannt. "Das wollte der Architekt auf keinen Fall." Nun liegt die Verantwortung beim Personal. "Wir haben alle instruiert, darauf zu achten", sagt Kimpel, der bei normalem Theaterbetrieb keine nennenswerte Gefahr sieht. "Bei Partys gibt es Sicherheitspersonal. Auch die werden darauf achten müssen."