Paderborn/Bielefeld/Gütersloh (lnw/red). Mit einem massiven Einschreiten hat die Polizei am Freitag in Paderborn illegale Autorennen von Anhängern der Tuning-Szene verhindert. Für 67 Fahrer endete der berüchtigte "Car-Freitag" nach dem erzwungenen Tritt aufs Bremspedal mit einer Anzeige, viele wurden auch ihren Führerschein los.
Rund 500 Fahrer waren nach Paderborn zur Detmolder Straße gekommen, um mit ihren aufgemotzten Autos auf heißen Reifen über ganz normale Straßen zu brettern. Ein Großaufgebot von Ordnungshütern verhinderte die Rennen - zum Missvergnügen von rund 3.000 Schaulustigen, die sich in teils alkoholisiertem Zustand an dem illegalen Spektakel ergötzen wollten.
"Tiefer gelegte Autos mit Breitreifen und auffälliger Lackierung prägten das Bild", schilderte die Polizei das Treiben. Mit permanenten Geschwindigkeitskontrollen und technischen Überprüfungen verdarb sie so manchem Möchtegern-Rennfahrer das Vergnügen. Die Beamten sperrten Fahrspuren ab und machten den Fahrern damit die Streckenplanung kaputt. Gegen 2 Uhr in der Nacht zum Samstag hatten die "Car-Freitags"-Fahrer die Nase voll und verließen die Stadt wieder.
Mit Tempo 195 über den Ostwestfalendamm
In den anderen Städten Ostwestfalen war die Nacht für die Polizei nicht ganz so aufregend, doch auch in Bielefeld und Gütersloh kam es zu "Car-Freitags"-Einsätzen. Durch starke Präsenz in den Stadtgebieten und an bekannten Treffpunkten der Szene verhinderte die Polizei dort nach eigenen Angaben von Samstag Störungen durch Autofans und Rennaktivitäten.
Insgesamt habe der Polizeieinsatz dazu geführt, dass deutlich weniger getunte Autos und Zuschauer zu sehen gewesen seien als in den Vorjahren, so die Polizei.
Trotzdem fielen auch in diesem Jahr wieder Fahrer auf, die mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. Den traurigen Rekord stellte ein Sportwagenfahrer auf dem Ostwestfalendamm auf, der dort mit einer Geschwindigkeit von 195 km/h fuhr.
Platzverweise in Gütersloh und Bielefeld
In Gütersloh mussten nach Kontrollen 297 Autofahrer ein Verwarnungsgeld zahlen, 53 müssen nach Polizeiangaben mit einer Anzeige rechnen. Ein Mercedes aus Gütersloh wurde mit 105 km/h auf dem Stadtring Kattenstroth gemessen. Ihn erwarten neben dem fälligen Bußgeld von 280 Euro auch ein zweimonatiges Fahrverbot und vier Punkte in Flensburg. Weitere fünf Fahrer erwartet ein einmonatiges Fahrverbot, da sie die mehr als 41 km/h zu schnell waren.
Um zu verhindern, dass auf der Bundesstraße 61 im Stadtgebiet Gütersloh ungenehmigte Rennen stattfanden, sprach die Polizei insgesamt 62 Platzverweise aus.
Bußgeldverfahren und Platzverweise
Mehr als zehn Raser werden auch in Bielefeld demnächst mindestens vier Wochen lang auf ihren Führerschein verzichten müssen. Aufgrund unzulässiger Fahrzeugumbauten wurden darüber hinaus noch eine Vielzahl von Bußgeldverfahren eingeleitet.
Gegenüber Schaulustigen, die sich auf Bielefelder Gehwegen und an Tankstellen eingefunden hatten, mussten mehr als 50 Platzverweise ausgesprochen werden.