Gütersloh. Ob Roman Abramowitsch, russischer Ölmilliardär und einer der reichsten Männer der Welt, wohl selber wäscht? Kocht? Spült?
Wie auch immer. Das neue Luxusschiff, das Abramowitsch für sich hat bauen lassen, mit 162 Metern die längste Privatyacht der Welt, ist mit Miele-Geräten aus Gütersloh ausgestattet. Außer Raketenabwehr, Hubschrauberlandeplätzen, Mini-U-Boot, Pools, Kinos, Disco, Tischen mit Krokoleder und Stühlen mit Leopardenfell hat die "Eclipse" (Sonnenfinsternis) Waschmaschinen und Trockner aus Gütersloh an Bord. Vor wenigen Tagen ist die Yacht in Hamburg bei Blohm + Voss vom Stapel gelaufen.
"Über das finanzielle Volumen des Auftrages geben wir grundsätzlich keine Auskunft", sagte Miele-Sprecher Michael Prempert. Nur soviel: Die "Eclipse" und die "Luna", das zweite neue Spielzeug von Abramowitsch, seien mit exakt 65 Miele-Geräten ausgestattet worden: Geschirrspülern, Backöfen, Weintemperierschränken, Gefriertruhen, Kombielementen, Waschmaschinen, Trocknern, einer Heißmangel und einer Dunstabzugshaube.
Welche Geräte in welche der beiden Luxus-Yachten eingebaut sind, könne er nicht sagen: Miele lieferte an einen Innenausstatter, und der wiederum kümmerte sich darum, dass sie in die Schiffe eingebaut wurden.
Wichtig war dem 42-jährigen Multimilliardär, Besitzer des englischen Fußballclubs FC Chelsea, laut Prempert vor allem eines: "Es gab die Vorgabe, dass die Schiffe rechtzeitig vor der Weltmeisterschaft fertig sein müssen." Abramowitsch wolle mit seinen Yachten gerne vor Südafrika anlegen.
Exakte Angaben über die "Eclipse" sind kaum zu bekommen. Blohm + Voss gibt über private Aufträge keine Auskunft. Nach Medienberichten hat sich der steinreiche Russe sein neues mobiles Heim für die Weltmeere aber einiges kosten lassen. Die Rede ist von 340 Millionen Euro. Das ergäbe einen Preis von zwei Millionen Euro pro Längenmeter. Eine verkraftbare Summe für Abramowitsch, auch wenn er im Zuge der Finanzkrise einige Milliarden Dollar verloren haben soll.