Rietberg. Diese unglaubliche Resonanz hatte Manfred Bleckmann sich wahrlich nicht träumen lassen, als er Anfang des Jahres aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des TuS Viktoria Rietberg die Idee entwickelte, ein Treffen der in den 50er und 60er Jahren überaus engagierten und erfolgreichen Mitglieder der Schwimmabteilung des TuS zu organisieren.
Die Quintessenz: 86 Frauen und Männer folgten der Einladung und trafen sich am Samstagabend im "Alten Grafen", um sich über die vergangenen Zeiten auszutauschen. Und nicht nur das. "Aus dem Impuls heraus, dem Verein etwas zurückgeben zu wollen, sammelten wir 1.360 Euro, um der heutigen Schwimmabteilung ein wenig unter die Arme zu greifen", sagte Bleckmann im Gespräch und fügte hinzu: "Wir waren damals auf Wettkämpfen im In- und Ausland. Ohne den Verein wäre das nie möglich gewesen".
Den weitesten Weg nahm Wolfgang Ratsch in Kauf, der am Samstagmittag eigens für drei Tage aus Griechenland anreiste, um bei dem Treffen dabei zu sein. Der 61-Jährige setzte sich dort mit 50 Jahren zur Ruhe und ist davon überzeugt, dass sein beruflicher Erfolg nicht zuletzt dem Einfluss des Vereins zu verdanken sei.
"Ich habe Ehrgeiz und Selbstdisziplin entwickelt, habe gelernt zu verlieren, Verluste zu verarbeiten und Strategien wenn nötig zu ändern", sagte Ratsch. Und nicht nur ihm sei es so ergangen. Auch viele seiner Vereinskollegen seien im Beruf relativ erfolgreich gewesen. Georg Tölle hat sich darüber hinaus seine Fitness bewahrt und nimmt als Schwimmer noch immer an Wettkämpfen teil. Erst vor wenigen Wochen erlangte er bei der Seniorenweltmeisterschaft in Göteborg in der Altersklasse 70 den zehnten Rang.
Die ehemaligen Aktiven der um 1960 im ganzen Kreis bekannten Schwimmerhochburg Rietberg hatten sich viel zu erzählen, denn einige hatten sich seit fünfzig Jahren nicht mehr gesehen. Im Hintergrund der Gespräche, die sich natürlich um die damals erzielten Erfolge drehten, lief eine Diashow mit 180 Fotos und zwischendurch wurde ein Film aus der damaligen Zeit gezeigt.
Marlies Rupprath erinnerte sich: "Wir haben damals den Ostwestfalenmeister im Lagenschwimmen gemacht und fuhren immer zusammen zu den Wettkämpfen, haben aber auch zusammen gefeiert. Es war eine herrliche Zeit".