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24.09.2010
GÜTERSLOH
Vermisstes Mädchen lag im Bett
Mutter widerspricht Polizeibericht zum Einsatz am Möhnesee
VON SABINE KUBENDORFF

Suche mit Wärmebildkamera | FOTO: TAYLOR LARKIN

Schloß Holte-Stukenbrock. Sabine Henningsen hat eine schlimme Nacht hinter sich. Ihre zwölfjährige Tochter war auf Klassenfahrt von ihrem Lehrer als vermisst gemeldet worden, die Polizei befürchtete das Schlimmste. Dabei lag das Mädchen tief schlafend in ihrem Bett in einem Feriencamp in Körbecke. "Ich neige dazu", sagt Henningsen, "Strafanzeige zu erstatten."

Denn nicht nur die Darstellung des Sachverhaltes durch die Polizei am Möhnesee (Artikel auf nw.news "Vermisste Schülerin in der Nacht gefunden") sei, so Henningsen, falsch, sondern auch das Verhalten des Aufsicht führenden Lehrers des Gymnasiums skandalös gewesen.

Die Stukenbrockerin war am späten Donnerstagabend darüber informiert worden, dass ihre Tochter im Feriencamp am Möhnesee nach einem Streit mit Mitschülern vermisst werde. "Wir sind sofort losgefahren", berichtet die Mutter. "Als wir ankamen, war die Polizei gerade dabei, einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera zu bestellen, und sie wollte einen Spürhund einsetzen." Außerdem wurden Ufer und Brücke des Sees abgesucht. Derweil wurden Sabine Henningsen und ihr Begleiter von dem Lehrer und einer weiteren Betreuungskraft zu den Räumlichkeiten des Camps gebracht. Die Schüler, die sie dort antrafen, seien zum Teil betrunken gewesen, berichtet die Mutter. Ohnehin spiele Alkohol bei der Geschichte eine wichtige Rolle.

Ohne Probleme vier Flaschen Wodka gekauft

Nach Schilderung ihrer Tochter hatten die Zwölfjährigen schon Tage zuvor am Möhnesee ohne Probleme vier Flaschen Wodka kaufen können, die auch getrunken wurde, und zwar von manchen, so das Mädchen, nicht zu knapp. Sie bekam offenbar Zweifel und Streit mit ihren Mitschülern, woraufhin sie sich zurückzog. Das Mädchen hat ihrer Mutter versichert, dass sich direkt in ihr Zimmer begeben habe, das sie sich mit drei anderen Mädchen teilte.

Zimmergenossinnen wussten nichts von der Suchaktion

Welches Zimmer das gewesen sei, habe der betreuende Lehrer Donnerstagnacht nicht gewusst, so Henningsen. Er habe erst auf einer Liste nachsehen müssen und dann andere Schüler damit beauftragt, für den Spürhund Kleidungsstücke des vermissten Mädchen zu holen. Das wollte Sabine Henningsen lieber selbst übernehmen. Als sie das Zimmer betrat, lag ihre Tochter im Bett, schlief tief, wie auch Henningsens Begleiter bestätigen kann. "Die drei anderen Mädchen in dem Zimmer wussten gar nicht, dass meine Tochter vermisst worden war", berichtet die Stukenbrockerin. "Sie waren offenbar nicht befragt worden." Ein schlimmes Versäumnis, findet Henningsen.

Fehler im Pressebericht

Dass im Pressebericht der Polizei vom Möhnesee vermeldet wurde, ein Lehrer habe das Mädchen schließlich in einem Gebüsch unweit des Feriencamps gefunden, macht sie geradezu fassungslos. Noch ist unklar, wie diese falsche Information in den Pressebericht geraten ist, die Polizei bemüht sich um Aufklärung.

Die Klärung der Sachverhalte ist gegenwärtig auch ein Anliegen des Gymnasiums. Da gestern weder die Schulleiterin noch ihr Stellvertreter zu erreichen waren, ist erst in der nächsten Woche mit einer Stellungnahme zu den Vorfällen zu rechnen. Darin müsste dann auch auf den Vorwurf eingegangen werden, dass Zwölfjährige auf der Klassenfahrt Alkohol trinken konnten. "Der Lehrer", betont Henningsen, "hat seine Aufsichtspflicht massiv verletzt."

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Ich kann D.K. nur zustimmen. Wir haben nicht so früh angefangen hartes zu trinken und wenn dann nur in der Freizeit. Wir hatten noch eine Hemmschwelle in der Schule o.ä. zu trinken.

Eine vollkommende Kontrolle kann es nicht geben, auch aus rechtlichen Rahmenbedingungen. Und ehrlich gesagt will diese auch niemand von uns. Ich erwähne an dieser Stelle die Diskussion um die Nacktscanner.

Außerdem kann ich jedem nur raten einmal die noch unseriösere Berichterstattung des Westfalenblattes zu lesen. Aber auch "Beobachter" muss ich zustimmen, dass die NW besser, aber dennoch nicht vorbildlich recherchiert hat. Mittlerweile verkommen selbst unsere Tageszeitungen und ursprünglich seriösen Nachrichtensendungen zur Boulevardpresse. Hauptsache Schlagzeilen scheint hier das Motto zu heißen.

Schuld hin und Schuld her. Wann fangen wir endlich einmal an an einem Strang zu ziehen?

Wir unterstützen den Prozress, dass die Erziehung unserer Kinder immer mehr auf die Schulen abgewälzt wird. Die Schulen sollen heutzutage nicht nur ihrem Bildungsauftrag gerecht werden, sondern auch den Bewegungsmangel und Sozialisation (Playstation statt Sport) auffangen und die Sexual- und Medienerziehung übernehmen.

Selbstverständlich sind die Lehrer und Sozialarbeiter nicht unfehlbar. Aber sollten beide Seiten nicht lieber konstruktiv zusammenarbeiten?

Stattdessen erlauben wir es unseren Heranwachsenden erfolgreich einen Keil zwischen beide Erziehungsparteien treiben zu lassen.

Ich bin ein wenig verwirrt.

Warum wird hier eigentlich über Eltern und Kinder geschrieben.
Steht da das die Tochter volltrunken war ? Nein.

Nur das sie den Vodka gekauft hat.
Die Tochter lag im Bett und war am schlafen.
Geht es hier nicht eigentlich um den Lehrer, der scheinbar zu blöd war. einfach im Zimmer nachzusehen ?
Also finde ich das man sich auf die Aufsichtsperson und nicht auf die Eltern oder die Kinder stürzt.
Und mal ehrlich, wer hat von uns in seienn jungen Jahren auf einer Klassenfahrt nicht das ein oder andere verbotene Getränk zu sich genommen?

Also immer schön Ball flach halten.

ach Martina, wir wissen doch alle, dass, wenn man mal ohne Eltern ist, vieles ausprobiert was einem zu Hause verboten ist.
Zwar gab es nicht wirklich Alkokonsum zu meiner Zeit, aber hintem Bahndamm gepafft haben wir auch.
Das vieles heute ausser Kontrolle gerät liegt sicher nicht nur an den Lehrern, da geb ich Dir Recht, auch an den meiner Meinung nach vielen komplett überforderten Eltern.
Ganztätig arbeiten, "Haus und Hof" und Kindererziehung, dass geht in vielen Fällen nicht konform. Leider.
Die ERziehung hat heute eine andere Qualität als früher, wobei ich nicht sagen will, dass früher alles besser war, aber da gab es noch so etwas wie Respekt, Höflichkeit etc. Aber das ist sicher eine andere Geschichte.
Als Eltern kann man sicher vieles stemmen, aber eben auch nicht alles, man kann Kinder und Jugendliche nicht 24 Stunden unter Kontrolle haben und das ist auch gut so.

@ SammyJo: wie sollen 2-4 "Aufsichtspersonen" ca. 30 SchülerInnen kontrollieren? Durchleuchtung mit Nacktscannern vor jeder Zimmertür, unangemeldete Kontrollen (alle 2-3 Stunden, natürlich auch nachts) in den Zimmern oder besser gleich alle ein Einzelzimmer (mit nicht zu öffnenden Fenstern), die ab 2200h von außen verschlossen werden (natürlich NACH der Durchleuchtung)?????? Wie stellt man sich das vor - wie soll das gehen?! Jede(r) von uns weiss doch, dass man/Frau auf solchen Fahrten "ideenreich" ist, Alk an Bord zu schmuggeln. Also erstmal klare Ansage VOR der Fahrt (und zwar von den Eltern) und nicht immer die Schuld bei anderen suchen (auch wenns leicht ist und das heutzutage jede/r macht) !!!!

@Martina, Sie tun ja gerade so als würden Sie alles sehen und wissen was Ihr Kind in der Freizeit macht.
Woher wollen Sie wissen das Ihr Kind in den Alter nich auch schon Alkohol zu sich nimmt.
Ihr Kind wird es Ihnen mit Sicherheit nicht sagen.
Immer diese Vorurteile gegenüber der Eltern.
Nochmal, es ist sicher nicht IMMER das Verschulden der Eltern wenn ein Kind Alkohol zu sich nimmt.
Es ist zum grossen Teil ein Gruppenzwang.
Sicher ist auch die Schule sowas von egal.
Sowas passiert auf den besten Schulen und sogar bei der besten Erziehung.
Niemand der hier schreibt kann seine Kinder 24 Stunden Beobachten und weiss was diese tun in ihrer Freizeit.
Wenn es danach geht dann lasse ich mein Kind nie wieder mit einer Gruppe von Klassenkameraden oder Freundinnen ins Freibad gehen.
Ich werde mein Kind nie wieder alleine zur Schule und von dort nach hause gehen lassen.
Ich werde mein Kind nie wieder mit einer Freundin allein zum Spielplatz oder zum Verein gehen lassen.
Und nachts werde ich mein Kind anketten um das ich weiss das es nicht in der Nacht das Haus verlassen kann.
Manche die hier Schreiben denken sie haben Engel als Kinder.
Kinder werden sich zu hause nie so geben wie sie es in der Gruppe oder ind der Schule tun.
Ich kann auch nicht sagen mein Kind ist zu sowas nicht in der Lage.
Ich kann nur sagen wie sie sich zu hause gibt.



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