Mehr als 50 Teilnehmer präsentierten sich beim "Tag der Vereine" auf dem Berliner Platz
Gütersloh. Auch so können sich Fördergelder ein bisschen auszahlen. Aus Dank für kommunale Unterstützung hat der Flugverein Gütersloh, so Vorsitzender Philipp Röttgen, seine LS8-18 "Stadt Gütersloh" getauft. Am "Tag der Vereine" im Rahmen der Michaeliswoche streckte der schlanke Vogel seine 18 Meter breiten Schwingen am Sonntag dezent und doch nicht unimposant vor der Martin-Luther-Kirche aus.
Am anderen Ende des Berliner Platzes war quasi das Kontrastprogramm zu sehen. Der Verein Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth hatte, obwohl auf seiner Anlage am Postdamm zur selben Stunde Saisonausklang war, am Alten Amtsgericht per Tieflader seine derzeit außer Betrieb genommene Lok 6 aufgefahren. Zwölf Tonnen wiegt das 1917 zusammengebaute Gefährt, das Jochen Wiegelmann mit seinen Kollegen generalüberholen will und dafür auch Spenden sammelte.
Auf Originaltreue halten auch die Modell-Truck-Freunde Gütersloh, aber in kleinerem Maßstab; sie bedienen ihre nachgebauten Lkw-Modelle per Fernsteuerung. Deutlich mehr Muskelkraft war nebenan beim Kanu-Simulator der Faltbootgilde vonnöten. "Kanusport tut Deutschland gut", verhieß ein Plakat. Und Vorsitzender Rolf Theiß erklärte das Motto damit, dass der Kanusport die Menschen an die Natur heranführe. Dr. Ulrich Tschöpe wiederum stellte als Präsident des Yachtclubs die Familienfreundlichkeit des Segelns und auch eine gewisse, dadurch mögliche Charakterschulung ("Alle in einem Boot") heraus.
Formung übers rein Körperliche hinaus werden auch den Kampfsportarten nachgesagt. Die Hapkido-Abteilung des SV Avenwedde nahm wie etliche andere Vereine die Gelegenheit wahr, im von Thorsten Wagner moderierten Bühnenprogramm Beispiele ihrer Übungen zu zeigen. "Wenn alle so fallen könnten, hätten die Chirurgen in Gütersloh weniger Arbeit", kommentierte Trainer Axel Pollmeier. Höflich begrüßen die Sportler einander, im Wettkampf wird aber auch mal geschrieen, um den Gegner zu beeindrucken oder sich selbst zu ermutigen. Später simulierten an selber Stelle die Malteser einen Unfall und demonstrierten Erste-Hilfe-Maßnahmen. Oder Beate Wulfkuhle stellte den Förderkreis Horizont als Freizeitangebot für Menschen mit Behinderung vor; dazu sangen Malte und Fabian Martens ihren zum zehnjährigen Bestehen von "Horizont" geschriebenen Rap-Song.
Mitarbeiterinnen der Sportjugend des Kreissportbundes suchten unterdessen Betreuer für ihre Freizeiten im nächsten Sommer. Auch die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg in Spexard, die ihre Hoch-Kote neben dem Zelt der Campingfreunde aufgestellt hatte, könnte noch Leiter gebrauchen, so Jörg Rehage. Dazu müsse man nicht schon seit Kindesalter als "Wölfling" dabei gewesen sein. "Da wächst man rein." Eine Ermutigung vielleicht für auch alle, die Interesse am gemeinsamen Engagement in einem Verein haben, sich aber noch nicht so ganz trauen.