Gütersloh (raho). Vorsichtshalber eine Taschenlampe einstecken. Dieser Ratschlag für Nachtschwärmer ist offenbar nach wie vor angebracht. Denn auch wenn nach Aussage der Stadt und der Betreiberfirma "Dial4Light" alle technischen Anfangsschwierigkeiten behoben wurden, hat es nach wie vor gehakt beim Projekt "Bei Anruf Licht".
NW-Leser Frank Broskiewicz berichtete gestern von erneuten Pannen. Als er sich in der Nacht zu Sonntag mit seiner Lebensgefährtin vom Spexarder Schützenfest auf den Heimweg in die Determeyer-Siedlung machte, klappte es trotz mehrfacher Anrufe nicht mit dem Anknipsen der Straßenlaternen per Handy. Er erhielt jedes mal die Mitteilung, dass er kein registrierter Nutzer sei - obwohl er sich längst beim Betreiber angemeldet hat. Anderen aus der Nachbarschaft sei es genauso ergangen wie ihm, berichtete der 40-Jährige.
Und als er sich später zu Hause per PC in das System von "Dial4light" einloggen wollte, um Ursachenforschung zu betreiben, erschien immer wieder dieselbe Fehlermeldung: "Error". Broskiewicz: "Das System hat kläglich versagt."
So hart mochte es der Betreiber freilich nicht formulieren. Allerdings räumte Frank Bräuer von der zuständigen Tochterfirma der Stadtwerke Lemgo ein: Das System sei in besagter Nacht überlastet gewesen und deshalb in die Knie gegangen. "Daraus resultierten die Fehlermeldungen."
Grund der Überlastung: Wegen des Schützenfestes in Spexard waren nachts erheblich mehr Menschen mit Beleuchtungsbedarf unterwegs als sonst. Bei "Dial4Light" liefen laut Bräuer viermal so viele Anforderungen auf wie üblich. Konsequenz: Die technischen Kapazitäten wurde umgehend erweitert. "Das nächste Schützenfest in Gütersloh kann kommen", sagte Bräuer. So etwas wie am vorigen Wochenende passiere nicht noch einmal.
Generell sei es aber ratsam, bei derartigen Anlässen mit einem absehbar höheren Bedarf an Straßenbeleuchtung die Laternen von vornherein ein oder zwei Stunden länger eingeschaltet zu lassen oder auch die ganze Nacht. In Lemgo werde das so gehandhabt.
Seit dem Neustart der einjährigen Versuchsphase von "Dial4Light" am 13. Juli haben sich laut Verwaltung in den fünf Testgebieten 370 Teilnehmer registrieren lassen. Insgesamt wurden seither 927 Schaltungen gezählt. Die Dunkelziffer während des Spexarder Schützenfestes ist allerdings unbekannt.















