Bielefeld. Während das Sparrenburgfest im vollem Gange war, ist am Samstagabend gegen 20.45 Uhr ein 26-jähriger Gütersloher vom 37 Meter hohen Turm der Burg in den Innenhof gestürzt und hat sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen. Der junge Mann wurde in ein Bielefelder Krankenhaus gefahren, wo er gegen 22.45 Uhr starb.
Laut Polizeisprecher Martin Schultz ist der Mann nach ersten Erkenntnissen nicht gestoßen worden, sondern selbsttätig gesprungen. Die Ermittlungen dauern jedoch an, Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchten den Tatort. Während des Vorfalls hielten sich laut Schultz etwa 70 Besucher im Innenhof der Burg auf, wo für den Ausschank des Restaurants Tische und Bänke aufgestellt waren.
Der Innenhof der Burg wurde unverzüglich geräumt und am Haupteingang postierte Rettungskräfte alarmiert. Diese Einsatzkräfte versorgten den lebensgefährlich verletzten Mann bis der Notarzt eintraf. Nach Polizeiangaben musste der 26-Jährige noch an Ort und Stelle wiederbelebt werden, bevor er ins Krankenhaus gebracht wurde.
Vorsichtshalber Großalarm ausgelöst
Da zunächst nicht klar war, wie viele Personen den Vorfall beobachtet hatten und wegen eines Schocks behandelt werden mussten, wurde Großalarm ausgelöst. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme", erklärte Einsatzleiter Carsten Kroll. Nach und nach trafen mehrere Rettungswagen auf dem Vorplatz ein. Minuten später waren insgesamt rund 40 Einsatzkräfte von Notdienst und Feuerwehr vor Ort.
Kroll: "Noch einmal 40 weitere waren in der Notdienstzentrale an der Artur-Ladebeck-Straße in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die haben wir letztlich nicht benötigt." Ein Notarzt untersuchte zahlreiche geschockte Burgbesucher, insgesamt mussten im Anschluss 25 Personen in einem provisorischen Zelt auf dem Burgvorplatz seelsorgerisch betreut werden.
Mehr als fünftausend Besucher feierten am Samstagabend rund um das Bielefelder Wahrzeichen auf dem Sparrenburgfest, als das Unglück passierte. Rund um die Burg wurde das Fest bis zum planmäßigen Ende um 22 Uhr fortgesetzt. Der Hauptein- und Ausgang an der Brücke zur Burg wurde jedoch gesperrt. Die Festbesucher mussten die übrigen Ausgänge nutzen.
Unglück ist kein Einzelfall
Am Sonntag wird die Veranstaltung laut Hans-Rudolf Holtkamp, Geschäftsführer von Veranstalter Bielefeld Marketing, wie geplant von 11 bis 21 Uhr auf dem Außengelände der Burg fortgesetzt. Auch der Innenhof der Burg bleibt für Besucher geöffnet, der Turm allerdings gesperrt. "Falls es ein Suizid war, ist ein solcher Vorfall nicht zu verhindern", sagte er sichtlich geschockt in einer ersten Stellungnahme auf dem Burgvorplatz. "So ein Unglück kann für uns aber kein Anlass sein, die Veranstaltung nicht fortzusetzen."
In der neueren Geschichte des Sparrenburgfestes, das seit 1979 wieder gefeiert wird, sei das Unglück leider kein Einzelfall, berichtete Holtkamp. "Vor etwa 15 Jahren ist so etwas schon einmal passiert", sagte er. "Damals allerdings an einem Festsonntag, bevor die Veranstaltung richtig losgegangen war."