Harsewinkel (aes). In der Debatte um den homosexuellen Schützenkönig Dirk Winter (44) aus dem Münsteraner Vorort Kinderhaus und seinen Auftritt beim Bundesschützenfest in Harsewinkel im Kreis Gütersloh (vom 16. bis 18. September) hat sich jetzt auch der Präsident der ausrichtenden St.-Hubertus-Schützenbruderschaft zu Wort gemeldet, Heiner Meyer zu Rheda (57).
Der Chef der rund 700 Hubertusschützen stellte in einem Gespräch mit der NW klar: Dirk Winter werde vom Bundeskönigsschießen, für das er sich am Wochenende beim Landesbezirksschützenfest in Horstmar qualifiziert hatte, "mit Sicherheit nicht ausgeschlossen". Dafür werde er, Meyer zu Rheda, sich persönlich beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) stark machen.
Und auch die Frage, in welcher Positionierung Winter und sein Königsgemahl, sein langjähriger Lebensgefährte Oliver Hermsdorf, an dem Festumzug durch Harsewinkel teilnehmen dürfen, beantwortet Meyer zu Rheda klar: "Natürlich nebeneinander und nicht hintereinander – wie es sich für ein Königspaar gehört."
"Das letzte Wort hat der Bund"
Allerdings, so Heiner Meyer zu Rheda, liege die Entscheidung beim BHDS, dessen Präsidium das Thema noch in dieser Woche beraten werde. "Das letzte Wort hat der Bund. Wir als Schützenbruderschaft sind zwar Ausrichter – aber in derlei heikle Fragen lässt er sich nicht gern reinreden."
Meyer zu Rheda räumte gegenüber der NW ein, dass vor allem ältere Mitglieder der Schützenbruderschaft sich mit dem Thema Homosexualität "schwer tun". Gleichzeitig mahnte der Schützenpräsident aber "ein bisschen mehr Toleranz und Offenheit" – auch auf Seiten der katholischen Kirche – an: "Ein Schützenpaar ist doch kein Ehepaar. Wir freuen uns auf das Fest und wollen es mit allen, die kommen, fröhlich und in Frieden feiern."
Die Diskussion über Homosexualität in Schützenkreisen hält Meyer zu Rheda daher "im Grundsatz für richtig". Allerdings seien manche Stellungnahmen und das gewaltige Rauschen im bundesweiten Blätterwald doch wohl "etwas übertrieben und aufgebauscht".
Solidaritätsgruppe im Internet-Netzwerk "Facebook"
Unterdessen hat der Harsewinkeler Andreas Hanhart (37), bekannt als Musiker der "Landeier", eine Solidaritätsgruppe im Internet-Netzwerk "Facebook" gegründet – mit inzwischen mehr als 1.000 Mitgliedern, die sich für das schwule Königspaar stark machen.
Hanhart und einige seiner Freunde und Bekannten wollten sich gestern Abend treffen, um weitere Schritte zu beraten – unter anderem ist eine Unterschriftenaktion im Gespräch. Hanhart: "Der deutsche Außenminister ist schwul und bringt seinen Partner zu offiziellen Terminen mit, Berlin hat einen schwulen Bürgermeister – welch ein Unsinn, dass das Thema hierzulande überhaupt noch einer Diskussion wert ist."
Wo steht geschrieben, dass Sie mit Nazis verglichen werden?! Es wurde lediglich die Bedeutung "unnatürlich" beschrieben. Und zwar, dass nicht die Homosexualität unnatürlich ist, sondern die ART und WEISE, wie Homosexuelle usw. damals behandelt wurden. Daher ist mir diese Interpretation nicht schlüssig. Und in eine Ecke drängen.. Dito kann man da nur sagen. Wie hier schon mehrfach erwähnt wurde: Toleranz funktioniert nur, wenn beide Seiten mitmachen.