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11.08.2011
HARSEWINKEL
Schützenchef unterstützt schwulen König
Präsident: "Dirk Winter darf schießen"

Appell | ARCHIVFOTO: JOE CUBICK

Harsewinkel (aes). In der Debatte um den homosexuellen Schützenkönig Dirk Winter (44) aus dem Münsteraner Vorort Kinderhaus und seinen Auftritt beim Bundesschützenfest in Harsewinkel im Kreis Gütersloh (vom 16. bis 18. September) hat sich jetzt auch der Präsident der ausrichtenden St.-Hubertus-Schützenbruderschaft zu Wort gemeldet, Heiner Meyer zu Rheda (57).

Der Chef der rund 700 Hubertusschützen stellte in einem Gespräch mit der NW klar: Dirk Winter werde vom Bundeskönigsschießen, für das er sich am Wochenende beim Landesbezirksschützenfest in Horstmar qualifiziert hatte, "mit Sicherheit nicht ausgeschlossen". Dafür werde er, Meyer zu Rheda, sich persönlich beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) stark machen.

Und auch die Frage, in welcher Positionierung Winter und sein Königsgemahl, sein langjähriger Lebensgefährte Oliver Hermsdorf, an dem Festumzug durch Harsewinkel teilnehmen dürfen, beantwortet Meyer zu Rheda klar: "Natürlich nebeneinander und nicht hintereinander – wie es sich für ein Königspaar gehört."

"Das letzte Wort hat der Bund"

Allerdings, so Heiner Meyer zu Rheda, liege die Entscheidung beim BHDS, dessen Präsidium das Thema noch in dieser Woche beraten werde. "Das letzte Wort hat der Bund. Wir als Schützenbruderschaft sind zwar Ausrichter – aber in derlei heikle Fragen lässt er sich nicht gern reinreden."

Meyer zu Rheda räumte gegenüber der NW ein, dass vor allem ältere Mitglieder der Schützenbruderschaft sich mit dem Thema Homosexualität "schwer tun". Gleichzeitig mahnte der Schützenpräsident aber "ein bisschen mehr Toleranz und Offenheit" – auch auf Seiten der katholischen Kirche – an: "Ein Schützenpaar ist doch kein Ehepaar. Wir freuen uns auf das Fest und wollen es mit allen, die kommen, fröhlich und in Frieden feiern."

Die Diskussion über Homosexualität in Schützenkreisen hält Meyer zu Rheda daher "im Grundsatz für richtig". Allerdings seien manche Stellungnahmen und das gewaltige Rauschen im bundesweiten Blätterwald doch wohl "etwas übertrieben und aufgebauscht".

Solidaritätsgruppe im Internet-Netzwerk "Facebook"

Unterdessen hat der Harsewinkeler Andreas Hanhart (37), bekannt als Musiker der "Landeier", eine Solidaritätsgruppe im Internet-Netzwerk "Facebook" gegründet – mit inzwischen mehr als 1.000 Mitgliedern, die sich für das schwule Königspaar stark machen.

Hanhart und einige seiner Freunde und Bekannten wollten sich gestern Abend treffen, um weitere Schritte zu beraten – unter anderem ist eine Unterschriftenaktion im Gespräch. Hanhart: "Der deutsche Außenminister ist schwul und bringt seinen Partner zu offiziellen Terminen mit, Berlin hat einen schwulen Bürgermeister – welch ein Unsinn, dass das Thema hierzulande überhaupt noch einer Diskussion wert ist."

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Oh man! Sie sagen, dass Sie schwule Freunde haben, die das nicht so an die große Glocke hängen.. Haben SIe sich vielleicht schon mal Gedanken gemacht, warum sie so zurückhaltend agieren? Vielleicht, weil es Leute in ihrem Umfeld gibt, die soetwas als unnatürlich sehen? Ich verstehe auch nicht, auf welcher Basis Ihre Freundschaften gebaut sind..? Einerseits hier erwähnen, dass man schwule Freunde hat, aber andererseits diese Einstellung als unnatürlich bewerten. Von wegen Akzeptanz. Ich hoffe für Sie, dass Ihre schwulen Freunde Ihren Kommentar hier nicht lesen, weil dann könnte es schnell aus sein mit der Freundschaft!

Wo steht geschrieben, dass Sie mit Nazis verglichen werden?! Es wurde lediglich die Bedeutung "unnatürlich" beschrieben. Und zwar, dass nicht die Homosexualität unnatürlich ist, sondern die ART und WEISE, wie Homosexuelle usw. damals behandelt wurden. Daher ist mir diese Interpretation nicht schlüssig. Und in eine Ecke drängen.. Dito kann man da nur sagen. Wie hier schon mehrfach erwähnt wurde: Toleranz funktioniert nur, wenn beide Seiten mitmachen.

@C

Sehr schön ich sage das ich homosexualität für unnatürlich halte und sie können mir gleich sagen was ich angeblich noch alles unnatürlich finde und der Hitler darf auch nicht fehlen. Ich muss nichts überdenken, ich bin alt genug mit meine eigene Meinung zu bilden. Und lasse mich nicht durch irgendwelche Nazi vergleiche in eine Ecke drängen. Wenn ihnen nichts besserers einfällt dann schreiben sie doch einfach mal nichts! Pädophile werden auch so geboren, ist es deswegen natürlich?

@schorsch

du sagst, du hättest schwule freunde - aber findest schwul sein unnatürlich - hast du denen das schon mal gesagt?? komische freundschaft.
du findest homosexulität unnatürlich, dann gestatte mir, deine ansicht typisch konservativ spießbürgerlich zu finden. "wir sind ja alle sooo tolerant und weltoffen und wehe, jemand versucht uns das gegenteil zu unterstellen" - aber ein schwuler schützenkönig in der öffentlichkeit, das geht dann doch etwas zu weit!
warum findest du es unnatürlich? weil es eine minderheit ist und anders als du?
was findest noch alles unnatürlich? linkshänder? farbige? behinderte? was weiß ich...
dabei ist "unnatürlich" eine der größten beleidigungen für homosexuelle. unnatürlich war eines der argumente, mit dem im 2. weltkrieg homosexuelle ermordet wurden... man wird so geboren - wer hat es denn so gemacht, wenn nicht die natur?
ich finde, du könnstest deine ansicht zumindestens einfach noch mal gründlich überdenken. danke.

@Schorsch
warum Sie als "Freund von Schwulen" Homosexulität sooo "unnatürlich" finden, kann und werde ich wohl nie verstehen, daher lasse ich das jetzt auch einfach mal dahin gestellt. Diskutieren Sie das mal lieber mit Ihren "schwulen Freunden", viel Spass dabei ;)
Aber wie kommen Sie darauf, dass "dieser" das so an die große Glocke hängt? Er hat glaub ich nicht bei allen Zeitungen angerufen!? Das bringen die Medien schon selber groß raus, weil diese Diskriminierung eben so unglaublich ist! Ihm und seinem Partner ist lt. Interview der ganze Rummel eher sehr unangenehm, er wollte ja selbst sogar zunächst von sich aus eine weibliche Begleitung wählen! Aber der Verein hat ihn dazu aufgefordert und unterstützt, mit seinem Partner zu gehen. In dem Verein scheint das also kein Problem zu sein...
"Moschee und Barfuß" - mann, was für ein Vergleich *kopfschüttel* Er ist Schütze und will beim Königsschießen mitmachen...! Und was heißt dann für Sie "anpassen" in einem Verein mit katholischen Grundsätzen?
- Bei einer Zurücksetzung und Benachteiligung wie hier dem Ausschluß vom Bundeskönigsschießen durch den Dachverband BHDS einfach die Klappe halten, hinsetzen und schön verstecken??
- Oder sollte ein Homosexueller gar nicht erst in einem Verein mit katholischen Grundsätzen eintreten?
(...)

Genug von der Doppelmoral und Heuchelei - also, was ist für Sie, lieber Schorsch, "anpassen"?

Und dem Schützen viel Kraft, Glück und Erfolg, wär cool, wenn er das Bundeskönigsschießen auch noch gewinnt!

@ Knäcke:
Da hat ein Hobbypsychiater wieder eine Ferndiagnose gestellt also nochmal zur Richtigstellung:
1) Ich finde es unnatürlich.
2) Ich hasse Homosexuelle nicht.
3) Ich akzeptiere andere Meinungen.
4) Ich bin tolerant.
5) Ich habe auch Freunde die schwul sind und keine Problem mit denen.

Allerdings hängen die ihr Schwulsein nicht so an die riesen Glocke wie dieser Schütze um den es hier geht. Soll er doch schwul sein wenn er will aber andere damit in ruhe lassen und dazu zählt auch sich in einem katholischen Schützenverein anzupassen. Ich gehe auch nicht mit Schuhen in eine Moschee und beschwere mich dann darüber das mich alle intoleranten Barfüßler schief angucken. So schönes Wochenende lieber Knäcke



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