Gütersloh (ost). Die "Königsvilla" am Dreiecksplatz ist zu einer Gütersloher Sehenswürdigkeit geworden. Wenn sich die Stadtführer mit ihren Gruppen dem Platz nähern, zeigen sie schon mal rüber und murmeln was dazu. Peter Bunnemann, Kaffee-Kraft in der Königsvilla, sieht dieses Schauspiel gerne, es macht ihn stolz und vergnügt ihn, von beidem etwas. Wie auch immer: Bald werden sich Stadtführer und Bunnemann neu umsehen müssen, und der 62-Jährige weiß auch schon wo: Auf dem Berliner Platz.
Dort, unter der Kastanie, wollen er und seine Lebensgefährtin Samira Kablo (36) künftig ein Markt-Café betreiben. An den Markttagen dienstags, donnerstags und samstags werden sie den Berliner Platz mit einem mobilen Café anfahren. Die Genehmigung dafür haben sie bereits in der Tasche, erteilt von der Stadt. Ausschenken dürfen sie alkoholfreie Heiß- und Kaltgetränke. "Wir versprechen uns davon eine weitere Belebung des Marktes", sagte Thomas Habig vom Fachbereich Ordnung.
"Ein bisschen Markttrubel und Cafébetrieb, das verträgt sich doch wunderbar", sagt Bunnemann. In anderen Städten sei das gang und gebe. Worin es unterkommt, ist noch unklar. Das könne ein umgebauter Doppeldecker-Bus sein, ein alter Paketwagen von UPS, eine ausrangierte Polizeiminna oder ein Citroen HY - vieles sei denkbar, Hauptsache keine dieser unpersönlich 08/15-Cafeterien, sondern etwas mit Charme und Stil.
Im Frühjahr wollen Kablo und Bunnemann das erste Mal mit ihrem Café-Mobil vorfahren. Mit Teleskopstangen, Zeltplanen und Stellwänden wollen sie es gemütlich gestalten, dazu einige Stehtische, fertig ist der Plan. Ist kein Markt, der Tag aber sonnig, könnten sie sich auch vorstellen, das Mobil an der Dalke-Promenade abzustellen.
Noch nicht Abschied genommen haben sie von dem Plan, ein Café im alten Amtsgericht zu betreiben. Zuvor müsse aber eine Alternative für die City-Wache gefunden werden. "Damit steht und fällt alles." Derweil suche er zusätzlich zum Mobil- ein festes Café in der Stadt. Gerne auch wieder als Sehenswürdigkeit.