Gütersloh (ost). Die beiden Skinheads, die am Dienstag vergangener Woche am Busbahnhof einen 16-Jährigen niederschlugen, haben erst nach Zuruf eines Passanten von ihrem Opfer abgelassen. Das ist gestern bekannt geworden. Die Gütersloher Polizei plädiert für eine "Kultur des Hinschauens".
Wie gestern berichtet, war der 16-Jährige beim Warten auf den Bus von den beiden Schlägern attackiert worden. Sie beschimpften ihn mit Wörtern wie "Scheißkanake" und "Bastard" und traten auf ihn ein. Offenbar hielten sie ihn für einen Ausländer. Die Tat ereignete sich um 18.35 Uhr auf dem belebten Busbahnhof an der Kaiserstraße, doch nur einer der Passanten schritt ein. "Wir sind froh, dass jemand diesen Mut aufgebracht hat", sagte Polizeisprecherin Corinna Koptik. Sonst hätte der Vorfall schlimmer ausgehen können. Der Jugendliche hatte nur leichte Prellungen erlitten.
Koptik sagte, die Bürger sollten nicht wegsehen, wenn neben ihnen gepöbelt und geschlagen werde. "Wir wollen nicht, dass sich jemand in Gefahr begibt. Aber oft reicht es schon, in irgendeiner Form ein Zeichen zu setzten, zum Beispiel durch lautes Zurufen und ein eindeutiges Verhalten."
Der Leiter des Bielefelder Staatsschutzes, Hauptkommissar Dirk Sander, sagte gestern, es sei für die Ermittlungen beeinträchtigend, dass die Tat erst einige Tage nach dem Vorfall angezeigt worden sei. "Das erschwert die Suche nach Zeugen." Je früher die Polizei informiert sei, desto besser. Dass die Gütersloher Polizei den Vorfall erst gestern, sieben Tage nach der Tat, öffentlich machte, sei kein Versäumnis; sie habe von dem vermutlich rechtsextremen und fremdenfeindlichen Hintergrund vorher nichts gewusst.















