Gütersloher Gastronomen erlauben die Benutzung ihrer WC-Anlagen auch ohne Verzehrzwang
Gütersloh. In Rietberg, Detmold und Bielefeld gibt es sie bereits - die "netten Toiletten": Gastronomiebetriebe, die öffentlichen Zugang zu ihren Toiletten gegen einen Zuschuss der Stadt gewähren. Nun wird dieses Konzept wohl auch in Gütersloh eingeführt.
Beim Konzept der "netten Toilette" können Besucher die WC-Anlagen nutzen, auch wenn sie nichts verzehren. Die Kosten des Kneipiers für Reinigung, Wasser, Papier zahlt die Stadt. Auf Anfrage der Stadtverwaltung haben in den vergangenen Wochen acht bis zehn Innenstadt-Gastronomen ihre Bereitschaft erklärt, bei dieser Idee mitzumachen. "Das reicht, um die Sache vernünftig angehen zu können", sagte am Freitag Thomas Habig, Leiter des Fachbereiches Ordnung.
Habig schätzt, dass auf die Stadt 5.000 Euro Kosten im Jahr zukommen - 2.500 Euro für die Lizenzgebühr und Plaketten, 2.500 Euro als Entschädigung für die Gastronomen. Dieser Aufwand sei überschaubar. Die Verwaltung empfiehlt daher den Politikern im Umweltausschuss, das Geld freizugeben und damit die Aktion starten zu können. Das Gremium tagt am Montag, 13. Februar.
"Wir als Stadt sollten froh sein, wenn wir unseren Bürgern und Gästen einen solchen Service anbieten können", sagte Habig. Das Problem mit dem "Müssen Müssen" hätte schlagartig ein Ende. Die teilnehmenden Gastronomen wären erkenntlich durch eine Plakette am Eingang. In der historischen Altstadt Rietbergs beispielsweise, das im Juli mit der Aktion begann, hängt sie an 14 Betrieben. Sie werden von der Stadt monatlich mit 20 Euro Zuschuss entschädigt. Die gleiche Summe schwebt auch Gütersloh vor.
Sofern die Politiker der Idee zustimmen, werde die Stadt alle in Frage kommenden Innenstadtgastronomen - laut Habig ungefähr zwanzig - noch einmal ansprechen, sie um Teilnahme bitten und Details abklären. Zwischen den Betreibern und der Stadt soll eine auf ein Jahr befristete Vereinbarung getroffen werden, die sich automatisch verlängert, sofern sie niemand aufkündigt. Das Stadtmarketing soll die Aktion mit Werbung begleiten.
"Die Umsetzung dieser Idee wäre für alle von Vorteil, für die Stadt, für die Bürger und auch für die Gastronomen", sagte Ralf Schubert, Betreiber der "Bankery" und des "Alex" am Freitag. In Städten, die die "nette Toilette" bereits eingeführt hätten (bundesweit sind das mittlerweile 120), freue er sich über den Service und fühle sich besonders willkommen. Für Gastronomen habe die Aktion den Charme, dass ein Gast auf diese Weise auf manches nette Lokal erst aufmerksam werde.