Zum 60. Geburtstag präsentiert der KKC eine großartige Prunksitzung
Gütersloh. "Maschi mau, Kattenstrother Helau", schallte es durch die Gütersloher Stadthalle. Seit nunmehr 60 Jahren schon ist Maschi Mau hier Tradition. Auch das aktuelle Prinzenpaar ist dem KKC schon lange verbunden, den Narren verdanken sie viele schöne Stunden. "Jetzt ist es heute unser Bestreben, ihnen frohe Stunden zu geben", verkündete Wilfried III., mit Ehefrau Maria I. Karenfort, Prinzenpaar der Session.
Die Betreiber des Gütersloher Brauhauses, in dem die Jecken traditionell Weiberfastnacht und Rosenmontag feiern, sind Vollblutkarnevalisten. Wilfried Karenfort war 1975 bereits Prinz, damals noch ohne Prinzessin. Tochter Ann-Kristin tanzt in einer Tanzgruppe. Die Enkel Leander und Finja, sieben und drei Jahre alt, kamen mit ihren Eltern eigens aus Köln und stimmten auf der Bühne ihr heimisches Karnevalslied "Kölle Alaaf" an.
"Ab Montag ist eine neue Biersorte im Programm", ulkte Ralf Setter in seiner Rolle als stadtbekannter Trunkenbold Hacho: "Prinzenpaarbier." Das sei lecker, eine ganz besondere Sorte. Nur, zu viel davon habe Folgen.
Seit 30 Jahren steht er in der Bütt’des KKC. Er weiß, was Anstand ist. Prinzessin Maria I. begrüßte er - die rollenbedingte Bierflasche in der Hand - mit einer tiefen Verbeugung und den Worten "Gegrüßet seist du, Maria". Humorvoll nahm er Karnevalisten und Politiker, Kattenstrother Bürger und Ehefrau Thea auf die Schippe. Die Söhne Christian und Stefan treten inzwischen als "Ölbachduo" auf.
Schlag auf Schlag folgten die Programmpunkte, angekündigt von Sitzungspräsident Holger Horenkamp. Stimmungsraketen stiegen in die Luft. Das Publikum, teilweise bunt kostümiert, sang, klatschte und schunkelte.
Zum 60. Geburtstag präsentierten die Jecken eine großartige Prunksitzung mit vielen Höhepunkten, dazu ein neues, modernes Bühnenbild. In bunten Kostümen hatte der Spielmannszug von St. Hubertus Spexard die Protagonisten in den Saal geführt, begleitet von Gardetänzerinnen und Prinzengarde. Sie eröffnete das Programm mit dem "Stippeföttche", einem im Rheinland gebräuchlichen Ritual, bei dem die Gardisten Rücken an Rücken ihr "Föttche" (Hinterteil) gegeneinander reiben.
Die junge Tanzgruppe "Die Schlümpfe" begeisterte mit einer Choreografie auf "Kung fu fighting", die "Maschi-Mäuschen" mit Gardetanz und die 17-jährige Laura Brüggemann einmal mehr als Solo-Mariechen.
Die "Die Lümmels", auch "junge Wilde" genannt, begaben sich auf einegelungene musikalische Schlagerreise nach dem Lied "Schatzi, schenk mir ein Foto", und die "Traumtänzer" entführten die Gäste in den Pariser Nachtclub "Moulin Rouge". Einfach köstlich, diese "anmutigen" Bewegungen der Männer in hochhackigen Schuhen und Mieder. Die Gruppen aus den eigenen Reihen legten sich mächtig ins Zeug. Auch Gaststar Jürgen Schneider. Als "kölsche Jeck" und "kölsche Jung" begab er sich ins Publikum, sorgte mit Witz und bekannten Liedern für Stimmung und holte die Gäste von den Stühlen. Am Ende noch ein fulminanter Gardeauftritt: Die Prinzengarde Rot-Weiss Hürth zog mit knapp 80 Gardisten ein. Sonntags präsentierte der Club das Programm noch einmal den Senioren.