Gütersloh (NW/gpr). Die Gütersloher Ausbildungsplatzgarantie geht in diesem Jahr bereits in die zweite Runde. Die Gütersloher Hauptschulen Nord und Ost, die Stadt Gütersloh und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit haben 93 neue Verträge geschlossen, die jedem ausbildungsinteressierten Hauptschüler und jeder Hauptschülerin ein Ausbildungsangebot machen.
Voraussetzung ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler engagieren und bestimmte Bedingungen erfüllen. Zur festlichen Vertragsunterzeichnung waren am Freitag alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe neun der Hauptschulen Ost und Nord sowie deren Eltern ins Rathaus gekommen.
Die Stadt Gütersloh möchte mit dieser Garantie "sicherstellen, dass Jugendliche eine berufliche Perspektive erhalten und gut qualifiziert ins Arbeitsleben starten". Gleichzeitig werde heimischen Betrieben eine "passgenaue Ausbildungsvermittlung" geboten, um Kosten bei der Personalrekrutierung einzusparen.
Die Stadt Gütersloh und die Agentur für Arbeit sichern den Jugendlichen eine Ausbildungsstelle zu, wenn sie bestimmte Verpflichtungen erfüllen. Oberstes Gebot ist die Motivation. Leistungsbereitschaft, ein gutes Sozialverhalten, Sorgfalt und Zuverlässigkeit sollten ebenfalls eingebracht werden. Zusätzlich verpflichten sich die Teilnehmer, pünktlich zum Unterricht zu erscheinen und unentschuldigte Fehltage gar nicht erst entstehen zu lassen. Angebotene Unterstützung oder Förderprogramme werden angenommen. Eine Fünf in Mathematik wird es ebenfalls nicht geben. Im Gegenteil: Die Durchschnittsnote "befriedigend" sollte in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik mindestens erreicht werden.
Die Schirmherrschaft über dieses Projekt haben Bürgermeisterin Maria Unger und Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld, gemeinsam übernommen. In ihrer Begrüßung bedankte sich Maria Unger bei den Kooperationspartnern und Unterstützern des Projektes, wie zum Beispiel den Kammern und Verbänden, die die Betriebe informieren, bei der Bürgerstiftung Gütersloh und den Berufsbildungswerken. Auch wenn noch keine konkreten Zahlen vorlägen, wie viele Schülerinnen und Schüler aus dem ersten Projektjahr eine Ausbildung starten könnten, weil das erst mit Schuljahresende abzusehen sei, könne das Projekt Ausbildungsgarantie schon jetzt als Erfolg gewertet werden, so Unger.
Viele Gütersloher Unternehmen und Betriebe hätten die Ausbildungsplatzgarantie unterstützt. Als gute Beispiele für einen gelungenen Projektabschluss nannte die Bürgermeisterin die Firmen, die Schülerinnen und Schüler in Ausbildung nehmen, wie BMW Kattenstroth, das eine Schülerin der Hauptschule Nord als Automobilkauffrau in Ausbildung nimmt, oder auch Elco Kunststoffe, bei der ein Schüler eine Ausbildung als Verfahrenmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik beginnt.
60 Prozent der 107 Schülerinnen und Schüler aus dem ersten Projektjahrgang nutzten auch die Möglichkeit, Unterstützungsunterricht zu besuchen, der von der Bürgerstiftung Gütersloh finanziert wurde. So konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Noten auf dem Zeugnis im Vergleich zum Vorjahr verbessern.