Arbeitsgruppe gestartet / Vereinsvertreter befürchten Nachteile durch Neuplanung der Stadtwerke
Gütersloh. Die Planungen für ein neues Hallenbad schlagen weiter hohe Wellen. Einige Mitglieder der Arbeitsgruppe, die dafür sorgen soll, dass die Bedürfnisse des Gütersloher Schwimm- und Schulsports einfließen, befürchten einen Alleingang der federführenden Stadtwerke Gütersloh und dass ihre Belange nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Der Verstimmung ist da, obwohl die Gruppenarbeit noch gar nicht richtig angefangen hat. Die erste Sitzung am 17. Januar hat auf Wunsch des neuen Stadtwerke-Geschäftsführers Ralf Libuda lediglich dem Kennenlernen gedient. "Was uns ärgert ist, dass das Ergebnis des Bürgerhaushalts und der gesammelten 7.000 Unterschriften nur in Teilen akzeptiert wird", sagte Hans-Dieter Hucke (Vorsitzender Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft Gütersloh). Während das Lehrschwimmbecken mittlerweile auch für die Stadtwerke (SWG) Priorität eins habe, stehe der Sprungturm nur auf Priorität zwei. Für das Aktionsbündnis für ein sportgerechtes Hallenbad sei beides "absolut gleichrangig", sagte Hucke.
Neben Hucke sind Peter Offers (Vorsitzender Gütersloher Schwimmverein) und Annette Böker (2. Vorsitzende Behinderten-Sportgemeinschaft Gütersloh) für das Bündnis - hierzu zählen noch der Tauchsportclub und das Tri-Team im GTV 1879 - in der Arbeitsgruppe. Komplettiert wird die AG durch einen Schulvertreter, Wilhelm Kottmann (Leiter städtischer Fachbereich Kultur und Sport) sowie den SWG-Chef Libuda und Bäderbetriebschef Michael Sucker.
Ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen, ein Lehrschwimmbecken, ein Sprungturm: Diesen Bedarf hatten alle Betroffenen im Vorfeld erarbeitet und den Stadtwerken mitgeteilt. Als diese zunächst ein Bad ohne Lehrschwimmbecken und Sprungturm favorisierten, gründete sich das Aktionsbündnis. Ausgehend von jener Sparbad-Planung im Modulprinzip, hatte das Bündnis diesen günstigen Grundcharakter - ergänzt um die Vereins- und Schulebedürfnisse - akzeptiert. "In Rücksprache mit der Politik waren wir auf einem guten Weg", sagte Hucke, selbst CDU-Stadtratsmitglied.
Eine ganz neue Planung berge die Gefahr, nicht unter sechs Millionen Euro umgesetzt zu werden. Sie wäre damit zu teuer. Daher würden sich die Bündnisvertreter gegebenenfalls auch selbst um die ursprüngliche Kalkulation bemühen, um eine Basis für weitere Rechenspiele zu haben.
Auch Peter Offers (Schwimmverein) fände es ärgerlich, wenn das Feld mit einem neuen Architekten nochmals von vorne aufgerollt werde. Vom Begriff Stadtwerke leite er ab, "dass es ein Werk für die Stadt ist". Damit müsse auch geschaut werden, was die Bürger wollen. "Es kann nicht ohne uns laufen und muss bedarfsgerecht sein", sagte Annette Böker (Behinderten-Sportgemeinschaft). Sie hatte ebenfalls eine andere SWG-Sicht auf die Planungen wahrgenommen und befürchtet deren Alleingang.
Die Befürchtungen seien unbegründet, erklärte SWG-Sprecher Roland Stüwe im Namen von Geschäftsführer Libuda. Selbstverständlich werde das, was im Vorjahr erarbeitet worden sei, verwendet und auf dieser Basis aufgesetzt. Als neuer Geschäftsführer gehe Libuda "unvoreingenommen und neutral vor, ohne alles wieder auf Null zu fahren", sagte Stüwe. Dies sei bei dem ersten Treffen offenbar falsch wahrgenommen worden. "Ziel ist es, den größtmöglichen Konsens zu erreichen", sagte Stüwe. Dabei stehe ein Fragezeichen dahinter, ob alle Wünsche berücksichtigt werden. Bis April oder Mai soll die AG dem Stadtwerke-Aufsichtsrat ausformulierte Ziele als Entscheidungsgrundlage vorlegen.