Herford. Es ist der 6. August 2008, kurz nach 9 Uhr morgens. Detlef Reuter ist auf der A2 bei Herford unterwegs, als er Schmerzen in der linken Brust spürt. Er kann die Feuerwehr selbst anrufen – wenige Sekunden, bevor es zu spät ist. Heute ist der 59-Jährige wieder gesund und seinen beiden Herforder Rettern unendlich dankbar.
"Beim Fahren hatte ich Schmerzen und dachte: Jetzt schnell anhalten und Hilfe holen", erinnert sich Detlef Reuter zurück. Er erreicht den Rasthof Herford-Ost, kann noch seine Autotür öffnen und über 112 den Notruf absetzen.
Es ist 9.18 Uhr, als die Rettungsassistenten Jakob Reger (30) und Rainer Kuhlmann (42) der Herforder Feuerwehr die Autobahn erreichen. "Der Patient war bewusstlos, sein Herzschlag hatte ausgesetzt," sagt Rainer Kuhlmann. Sofort beginnen die ausgebildeten Retter mit der so genannten Herz-Lungen-Wiederbelebung. Reger: "Am Wichtigsten ist, dass Sauerstoff möglichst schnell wieder ins Gehirn transportiert wird." 30 Mal wird der Brustkorb eingedrückt in der Hoffnung, das Herz so wieder zum Schlagen zu bringen. Dann wird der Patient zwei Mal beatmet.
Herzinfarkt und eine Lungenembolie
In diesem Takt geht weiter, 18 Minuten lang, durchschnittlich 120 Mal Pumpen in der Minute, bis es Rettungsteam und dem zwischenzeitlich eingetroffenen Notarzt gelungen ist, Detlef Reuter soweit zu stabilisieren, dass er ins Herforder Klinikum gebracht werden kann. Dort stellen die Ärzte einen Herzinfarkt sowie eine Lungenembolie fest: "14 Tage musste ich dort bleiben", sagt Reuter, der aus Herzebrock-Clarholz (Kreis Gütersloh) kommt. Seine Ärzte haben ihm anschließend gesagt, dass es "sehr knapp war. Vielleicht 50 Sekunden später" und jede Hilfe wäre zu spät gekommen.
Die beiden Feuerwehrleute haben mehrmals in der Woche ähnliche Einsätze zu bewältigen, immer kommt es auf Minuten an, "Herrn Reuter haben wir schnell wiedergeholt", sagen sie.
Dieser stattete gestern seinen beiden Lebensrettern auf der Herforder Feuerwache einen Besuch ab: "Wir nehmen die Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst als selbstverständlich hin, aber das sollte sie nicht sein", ist Reuter überzeugt. Und weiter: "Ich stelle mir oft vor, was passiert wäre, wenn der Rettungswagen nicht so schnell – sieben Minuten nach dem Notruf – bei mir gewesen wäre, da ist es das mindeste, das ich ,Danke’ sage."