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21.07.2009
Zum Zivildienst nach Peru
Der Herforder Maximilian Dornhoff und die Spengerin Marie-Christin Oehler fahren mit dem Freiwilligenprogramm "weltwärts"
VON ANNEKE QUASDORF

Wollen etwas bewegen | FOTO: GERALD DUNKEL

Herford. Maximilian Dornhoff hat sich gegen den Wehr- und für den Zivildienst entschieden. Genau wie viele seiner ehemaligen Klassenkameraden. Allerdings gibt es einen Unterschied: Wenn sie kleine Kinder oder Senioren betreuen, wird Dornhoff tausende Kilometer entfernt über Projekten für den Umweltschutz grübeln. Denn der junge Herforder ist im Freiwilligenprogramm "weltwärts" aufgenommen worden.

Die Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich in entwicklungspolitischen Projekten im Ausland zu engagieren. Entsendeorganisationen in ganz Deutschland kümmern sich um die Freiwilligen. So auch das Welthaus in Bielefeld.

Eine Möglichkeit, von der Dornhoff gleich überzeugt war. "Ich wollte nach dem Abi ins Ausland. Und gleichzeitig etwas bewegen." Durch eine Veranstaltung in der Schule wurde der 19-Jährige auf "weltwärts" aufmerksam. Nachdem er erfahren hatte, dass er so gleich seinen Zivildienst ableisten konnte, war die Sache entschieden.

Am 20. August wird er nach Peru reisen, genauer: in das Dorf Nagazú nahe der Stadt La Merced. Dort wird er dem Verein Ecoselva helfen, der sich für nachhaltige Landwirtschaft und damit für den Schutz der indigenen Bevölkerung und des Regenwaldes einsetzt. "Ich werde dort vermutlich Internetkurse und Computerunterricht geben."

Angst hat Dornhoff nicht vor dem Ausflug ins Ungewisse - aber Respekt. "Ich mache mir Sorgen, dass der Spanischunterricht aus der Schule nicht ausreicht." Glücklicherweise ist der Abiturient nicht ganz auf sich gestellt. Eine weitere Freiwillige wird an seiner Seite sein - seine Ex-Freundin, mit der er die Reise geplant hat. "Aber das wird schon gut laufen."

Davon ist auch Marie-Christin Oehler aus Spenge überzeugt. Wie Dornhoff hat sie sich im Rahmen des Freiwilligendienstes für Peru entschieden. Sie wird in einem Vorort von Lima Kinder in einer Kindertagesstätte betreuen. Keine leichte Aufgabe - zumal die Kita in einem der Problemviertel liegt. "Ich rechne damit, überfallen zu werden. Aber es ist dort wohl so, dass man nur das Geld rauszurücken braucht und die lassen einen in Ruhe."

Um Szenarien wie diesen vorzubeugen, werden Dornhoff und Oehler gemeinsam mit anderen Freiwilligen in Seminaren vorbereitet - vor dem Aufenthalt und währenddessen. "Wir haben Verantwortung für die jungen Menschen und die nehmen wir auch sehr ernst", erklärt Ulrike Mann, Geschäftsführerin des Welthauses.
"Notfalls setzt sich ein Mitarbeiter in den Bus und fährt sechs Stunden durch den Regenwald, um zu unterstützen. Gleichzeitig erwarten wir, dass sich die Jugendlichen an den Vertrag und an unsere Richtlinien halten. Das Ganze ist schließlich kein vollfinanzierter Abenteuerurlaub."

Aber dennoch eine günstige Möglichkeit, im Ausland zu leben und viele wertvolle Erfahrungen zu machen: 75 Prozent der Kosten, Flug, Versicherung und Unterbringung finanziert das BMZ, die Jugendlichen müssen sich lediglich darum kümmern, dass sie pro Monat 150 Euro zur Verfügung haben. "Viele regeln das privat, es gibt aber auch die Möglichkeit, über die Kirche Spenden zu sammeln und im Gegenzug Berichte über die Projekte zukommen zu lassen", sagt Mann.

Maximilian Dornhoff hat Glück: Er bekommt das Geld von Eltern und Verwandten. "Die unterstützen mich - auch wenn sie sich viele Sorgen machen, weil ich so weit weg bin."


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