Thomas Kneisel und Gerd-Ulrich Erfurth trainieren für das Großereignis in Finnland
Herford. Zu heiß, zu hektisch. - Bei der Senioren-Europameisterschaft im slowenischen Lubljana lag die Latte für Thomas Kneisel zu hoch. Der 15. Platz vom Juli 2008 soll im Juli 2009 deutlich verbessert werden. Der 46-jährige Malermeister trainiert jetzt für die Weltmeisterschaft im finnischen Lahti.
"Ich will endlich 1,60 Meter schaffen und im Finale gut mitspringen", sagt Kneisel. Die Voraussetzungen sind gut, weil die Vorbereitung besser ist als im Vorjahr. Seine Bandscheibenprobleme hat er überwunden, so konnte er ein- bis zweimal in der Woche im Jahnstadion trainieren - sogar doppelt, denn im Dreisprung will er ebenfalls antreten.
Weite Sprünge hatte Kneisel schon als A-Jugendlicher gemacht. Damals hielt seine Weitsprung-Siegesserie über 31 Wettkämpfe. Im Dreisprung hatte er fast 14 Meter geschafft, jetzt will er bei 11 Metern landen, um unter die ersten Zehn zu kommen.
Gerd-Ulrich Erfurth, der über 5.000 Meter an den Start geht, hat seine Erwartungen tiefer gehängt: "Ich bin kein Medaillen-Läufer. Für mich zählt nur das reine olympische Motto: Teilnehmen ist wichtiger als Siegen."
Bis 1998 war er Marathon-Mann. Allein in Berlin war er 23 Mal am Start. Rund um den Essener Baldeney-See ist er gerannt, auch den Frankfurt-Marathon hat er absolviert. Unvergesslich ist ihm der Buffalo-Marathon, vorbei an den Niagara-Fällen bis nach Toronto. In zwei Jahren will er den Sacramento-Marathon unter die Füße nehmen.
An Senioren-Welt- und Europameisterschaften nimmt der frühere Postler seit 1996 teil. Jetzt ist er auf seine Lieblingsstrecke zurück gekehrt. Eine Endzeit von "21, 22 Minuten" peilt er an: "Die Besten schaffen die Strecke in 17 Minuten. So schnell war ich in meiner Glanzzeit als junger Mann."
Nun will der 59-Jährige sein Rennen "gleichmäßig, im eigenen Rhythmus durchziehen" und an den Rat des legendären Trainers des SC Herford, Heinz Wolff, denken: "Kopf hoch, Arme mitnehmen." Die einzige Sorge gilt dem Wetter. "Ich bin kein Hitzeläufer, aber zum Glück findet die Weltmeisterschaft in Finnland, wenngleich in Südfinnland, statt."
Der Hoch- und Dreispringer hofft nur, dass es dann trocken bleibt, damit er bei seinen neun Schritten Anlauf nicht ins Rutschen kommt.Am 1.,3. und 4. August sind die beiden Senioren-Athleten dran. Da heißt es für die Herforder: Daumen drücken.