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15.12.2009
DÜSSELDORF / HERFORD
Großkonzerne streiten um 90 Millionen für Formel 1
Sponsorengelder von Henkel fehlen / Radio-Moderator aus Herford verdächtig
VON HUBERTUS GÄRTNER

Liebt Rennautos

Düsseldorf. Ein Streit um einen Sponsorenvertrag über drei Jahre und 90 Millionen Euro überschattet das Engagement von Mercedes in der Formel 1. Maßgeblicher Verursacher ist der ehemalige Radio-Moderator Kai von Bargen (43) aus Herford. Straftaten, die von Bargen mit einem Hochstapler aus Düsseldorf begangen haben soll, bringen die Dax-Konzerne Daimler und Henkel gegeneinander auf.

Kai von Bargen soll im Namen des Henkel-Konzerns unbefugt eine "Garantieerklärung" für den Sponsorenvertrag abgegeben und dadurch zugesichert haben, dass die 90 Millionen an den britischen Formel-1-Rennstall Brawn GP fließen. Deshalb ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung und Betruges, wie ihr Sprecher Johannes Mocken bestätigte.

Der Rennstall Brawn GP hatte in diesem Jahr mit Jenson Button den Weltmeister gestellt. Er wurde vor wenigen Wochen durch Mercedes-Benz übernommen und will in der nächsten Saison unter dem Namen "Mercedes Grand Prix" eventuell Rekordweltmeister Michael Schumacher verpflichten. Nun pocht Brawn-Eigner Mercedes auf Zahlungen aus dem Vertrag, die Henkel aber verweigert.

Schnellen Autos schon lange zugetan

Der ehemalige Moderator Kai von Bargen ist schnellen Autos schon lange zugetan. Der 43-Jährige war vor einiger Zeit zum Henkel-Konzern gewechselt, wo er zunächst als Pressesprecher tätig war und sich später auch ums Sponsoring kümmerte. Bereits im Oktober hatte von Bargen durch eine Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft negativ von sich reden gemacht. Der Ex-Moderator soll zusammen mit dem Hochstapler Willy Luchs (55) eine Hamburger Vermögensberatungsfirma um 19,7 Millionen Euro geprellt haben. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass von Bargen auf Henkel-Briefbögen die Unterschrift des Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted gefälscht und dadurch Millionen-Forderungen vorgegaukelt haben soll.

Nach den Ermittlungen soll Luchs zudem mit seiner im niederländischen Roermond ansässigen Briefkastenfirma "European Racing Events" und dem Rennstall Brawn GP am 31. Juli einen Sponsorvertrag über 90 Millionen Euro geschlossen und von Bargen zeitgleich für Henkel eine "Garantieerklärung" zur Erfüllung des Vertrages abgegeben haben.

Um bereits gestellte Zahlungsforderungen von Brawn und dessen Nachfolger Mercedes abzuwehren, hat Henkel Klage am Landgericht Düsseldorf eingereicht: Es soll festgestellt werden, dass keine finanziellen Verpflichtungen bestehen. "Die Dokumente wurden in betrügerischer Absicht erstellt, wir sind nicht bereit, Zahlungen für ein Formel-1-Sponsoring zu leisten" sagte Henkel-Sprecher Wulf Klüppelholz. Von Bargen sei "ein Mitarbeiter aus der fünften Managementebene gewesen", er habe Projekte dieser Größenordnung niemals alleine verhandeln oder unterzeichnen dürfen. Auf Seiten von Mercedes hieß es, man sei bezüglich des "abgeschlossenen Sponsoring-Vertrages" an einer gütlichen Einigung mit Henkel interessiert.

"Widerlegt"

Der Beschuldigte Kai von Bargen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Seine Anwältin Gaby Münchhalffen ließ mitteilen, es gebe "keinen Gesprächsbedarf". Der Verteidiger des Beschuldigten Willy Luchs, Rechtsanwalt Rüdiger Spormann, sagte, sein Mandant sei "schwer erkrankt". Die Einlassung von Bargens, er habe nicht profitiert, sei "widerlegt", sagte Spormann. (gär)


Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
ganz schrecklich was manche leute sich rausnehmen und der arme mercedes konzern erst ....


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