An der gewaltfreien Aktion für ein Ende der Blockade sind Akteure aus 42 Nationen beteiligt / Morgen will die Gruppe die Grenze übertreten
Herford. Für ein Ende der Blockade setzen sich Frauen aus Ostwestfalen mit einem Freiheitsmarsch auf Gaza ein: Gemeinsam mit Menschen aus 42 Nationen fordern sie ein Ende der andauernden Blockade, die sie als eine eklatante Verletzung des Völkerrechts ansehen. Auch Herforder Frauen nehmen an der Aktion teil.
"Seit mehr als drei Jahren werden die 1.5 Millionen Bewohner des Gazastreifens von der Außenwelt abgeriegelt - wie in einem riesigen Gefängnis", meint Brigitte Gärtner-Coulibaly. Sie gehört zu der deutschen Delegation in der Gruppe, die seit gestern von Kairo aus versucht, in den Gazastreifen zu gelangen.
Unter den mehr als 30 Teilnehmenden aus Deutschland sind auch die in Herford beruflich aktive Gabi Bieberstein aus Bielefeld und ihre Tochter Juliane. "Der Gazakrieg, den Israel vor genau einem Jahr begann, hat das Leid der dortigen Bevölkerung enorm vergrößert;" meint Gabi Bieberstein.
"1400 Menschen - weitaus die meisten davon Zivilisten - wurden getötet. Die Infrastruktur, Wassersysteme und Stromversorgung, sind fast vollständig zerstört worden - vorsätzlich, wie der "Goldstone- Bericht" darlegt. Die Gefahr eines Kollaps droht."
Juliane Bieberstein verweist darauf, dass die zerstörte Infrastruktur wegen der Blockade nicht wieder aufgebaut werden könne. Ein Bericht von "Amnesty international" weise nach, dass inzwischen 90 Prozent des Wassers im Gazastreifen verseucht sei. Die Blockade durch Israel sei deshalb als Menschenrechtsverletzung zu werten. "Die internationale Gemeinschaft darf den Schrei um Hilfe der Palästinenser nicht ignorieren" zitiert Brigitte Gärtner-Coulibaly den ehemaligen US- Präsidenten Jimmy Carter.
Die Teilnehmenden an dem "Gaza Freedom March" wollen ein Zeichen der Solidarität setzen. Die Blockade soll durch diese gewaltfreie Aktion gebrochen werden.
Medikamente und Kommunikationsmittel sollen an die Eingeschlossenen weitergegeben werden. Die Gruppe, zu der Ärzte, Rechtsanwälte und Diplomaten genauso gehören wie jüdische Rabbis, christliche Priester und islamische Imame will versuchen, am 29. Dezember die Grenze gewaltfrei zu übertreten.
Der Friedensmarsch zum Grenzübergang Erez, zwischen dem Gazastreifen und Israel, findet am 31. Dezember statt und wird von einem Marsch palästinensischer und jüdischer Gruppen sowie weiterer Solidaritätsaktionen auf der israelischen Seite begleitet.
Nähere Information über die Aktion gibt es unter www.gazafreedommarch.org. von Herford aus hält Pfarrer Berthold Keunecke Kontakt zu den Akteuren.