Herforderinnen beteiligt / Inge Höger (MdB, Die Linke) appelliert an die Bundesregierung, Druck zu machen
Kreis Herford. Die Frauen aus OWL, die am Silvestertag im Gazastreifen an den Tag der israelischen Invasion vor einem Jahr erinnern wollten, sind nach eigenen Angaben von der ägyptischen Regierung an der Überschreitung der Grenze gehindert worden. Mehr als 1.300 Teilnehmende aus 42 Ländern hatten geplant, in einer gewaltfreien Aktion die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen.
Am 28. Dezember hatten die Frauen aus Herford und Bielefeld versucht, mit einer Gruppe von 16 weiteren Teilnehmenden, mit öffentlichen Bussen in Richtung Gazastreifen zu gelangen. Sie wurden jedoch noch auf halber Strecke an einem Check-Point kontrolliert und nach Kairo zurückgeschickt: Die Pässe erhielten sie erst zurück, nachdem sich die deutsche Botschaft eingeschaltet hatte.
Nach Gesprächen mit ägyptischen Regierungsvertretern erklärten sie sich bereit, 100 Teilnehmenden doch nach Gaza passieren zu lassen. Dieses Angebot lehnten die Aktivisten als Spaltungsversuch ab. Statt dessen starteten rund 400 Friedensaktivisten am Silvester von Kairo zu Fuß nach Gaza. Sie wurden jedoch sofort von der Polizei umzingelt, heißt es in einer Presse-Mitteilung: Einzelne wurden zu Boden geworfen und geschlagen. Juliane und Gabi Bieberstein mussten knapp vier Stunden in Blockade durch die Polizei ausharren. "Wir durften das Gelände erst verlassen, als ein Vertreter der deutschen Botschaft, den wir angerufen hatten, kam.
Er empfahl uns, nicht länger hier zu bleiben, weil auch eine kurzfristige Inhaftierung nicht ausgeschlossen sei", berichten sie. Die Demonstration ging dann mit weniger Teilnehmenden weiter.
Am Donnerstag wird es in Solidarität mit den Menschen in Gaza erneut eine Demonstration in Kairo geben. Die abrüstungspolitische Expertin der Linken und Mitglied im Verteidigungsausschuss, Inge Höger, unterstützt die Proteste und ruft die Bundesregierung auf, Druck auf die israelische und die ägyptische Regierung auszuüben, "die unmenschliche Blockade des Gazastreifens zu beenden".
´Kontakt bei der deutschen Delegation des Freedom-Marsches in Ägypten: Marco Görlach: 0171-7892338