Dritter Kellerbrand seit Dezember: Die Bewohner fürchten, dass erneut ein Feuer gelegt wird
Herford. Maik Hägerbäumer (27) steht mit seiner Lebensgefährtin Annett Seidel (21) vor dem verrußten Kellerfenster an der Birkenstraße 24. Zwei Mal hat es hier in der Nacht zum Freitag gebrannt. Die Eltern einer dreijährigen Tochter haben Angst. Denn es ist das mittlerweile dritte Feuer in dem Mehrfamilienhaus seit dem 19. Dezember. Damals hieß es, es sei ein Defekt. Nun gibt es Indizien dafür, dass zumindest die letzten Brände gelegt wurden.
"Die Kripo konzentriert ihre Ermittlungen in Richtung Brandstiftung, da elektrische Einrichtungen als mögliche Brandursache ausscheiden", teilte Herfords Feuerwehr-Chef Michael Stiegelmeier mit.
Doch wer hat das Leben der 15 Menschen, die an der Birkenstraße leben, gefährdet? "Derzeit gehen die Kollegen davon aus, dass möglicherweise gezündelt wurde. Wir sind mitten in den Ermittlungen", erklärte Polizeisprecher Rainer Koch.
Die Bewohner des Achtfamilienhauses fürchten um die Sicherheit und das Leben ihrer Kinder. "Ich habe noch am Abend beschlossen, ich will hier raus", erzählt die Mutter (23) eines zweijährigen Jungen. Sie möchte anonym bleiben.
Die junge Frau und ihr Kind hatten bei dem Feuer im Dezember Rauchvergiftungen erlitten und waren in der Klinik. "Unter meiner Wohnung ist die Gas-therme", berichtet die 23-Jährige. Im nahen Kellereingang sind die Gas-Anschlüsse und -zähler. Sie selbst saß in der Badewanne, als Nachbarn an ihre Wohnungstür schlugen, um sie zu warnen. Das war am Donnerstag gegen 20.50 Uhr. "Wir sind dann nach draußen geflüchtet", erzählt die Frau. Als die Feuerwehr kam, brauchten die Männer 20 Minuten, um den Brand in dem Kellerraum an der Hausvorderseite zu löschen, danach die Glutnester zu beseitigen und mit einem Lüfter das verqualmte Treppenhaus frei zu blasen. Wegen des Brandortes und der dort fehlenden Elektroleitungen verständigten die Feuerwehrmänner sofort die Polizei. Die nahm noch in der Nacht die Ermittlungen auf. Vier Stunden später – gegen 2.30 Uhr – wiederholt sich alles.
"Meine Freundin konnte schlecht schlafen und ist aufgewacht. Als wir rausgingen, war das Treppenhaus voller Rauch", berichtet Hägerbäumer, der sich bereits vor den beiden Feuern um eine neue Wohnung gekümmert hat. Er kennt auch noch eine weitere Bewohnerin, die mit ihren Kindern ausziehen will. "Sie war am Morgen bei der WWS", sagt der 27-Jährige.
Das zweite Feuer war neben dem Kellerraum ausgebrochen, in dem bereits das erste Feuer war. Die Wehrmänner hatten es bereits nach Minuten im Griff und informieren wieder die Polizei. Deren Experten nahmen nochmals den Keller unter die Lupe. Mit Ergebnissen wird in den nächsten Tagen gerechnet.
Die Feuer an der Birkenstraße sind die zweite Serie von Bränden in WWS-Wohnungen in Herford. Mitte Mai 2008 hatte es in einem Acht-Familien-Haus am Westring binnen kürzester Zeit ebenfalls drei Mal gebrannt. Auch hier waren die Feuer in Kellerräumen ausgebrochen. Der Täter konnte gefasst werden. Der wohnsitzlose Mann, der über die unverschlossene Eingangstür ins Haus gekommen war, hatte in den Kellerräumen übernachtet.
Die Wohnbau ist deshalb dabei, alle Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten.