Herford (bag). Nach fünf Jahren ist Schluss. Eine Mischung aus Erleichterung und Bitterkeit war bei Hans-Peter Rosendahl (Rosendahl Catering & Event) zu spüren, als er gestern ein letztes Mal als Pächter im MARTa-Café saß und zum ersten Mal die Gründe für seinen Ausstieg erläuterte. Seinen zehn Mitarbeitern wurde gekündigt.
Allein wirtschaftliche Zwänge hätten ihn dazu gebracht, den Pachtvertrag aufzulösen, versichert er. 35 Prozent Umsatzminus habe er im vergangenen Jahr hinnehmen müssen. Verantwortlich macht er dafür die Wirtschaftskrise, aber er sagt auch: "Jan Hoet ist weg, der Lack ist ab." Hoet sei umtriebig gewesen, hätte viele Besucher zum Beispiel aus Holland und Belgien gelockt.
Auch dass das Museum national anerkannt, regional aber wenig akzeptiert sei, habe sich auch auf die Gastronomie ausgewirkt. Allein mit Gästen von außerhalb lasse sich das Café nicht wirtschaftlich führen. "Tolle Events und eine tolle Location reichen nicht aus. Wir sind ja kein Verein, der Fördermittel bekommt, sondern müssen die Pacht erwirtschaften."
Immer mal laut gewordene Kritik an den Preisen im Café kontert Rosendahl selbstbewusst: "Da herrscht eine Geiz-ist-geil-Mentalität. Man kann nicht einen Mercedes fahren wollen, aber nur einen Fiat bezahlen." Wenn sich dann auch noch mehrere Gastronomen auf engem Raum im MARTa-Quartier Konkurrenz machten, sei das für eine Stadt wie Herford einfach zu viel. Alles in allem sei es wohl sinnvoll, "neue Besen kehren" zu lassen.
Die "neuen Besen" heißen Marc Höhne (Elsbach-Restaurant) und Heinz Kleine (Café Kleine). Sie wollen das Museumscafé übergangsweise wieder in Gang bringen - bis ein neuer Pächter gefunden ist. Ab heute ist das Café wieder dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Das Gastronomen-Duo kündigt an, "Küche auf hohem Niveau zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis" anzubieten, so dass sich Besucher von außen wohlfühlen, das Café aber auch von Herfordern akzeptiert werde. Kleine liefert dafür täglich ab 14 Uhr frischen Kuchen, Höhne steuert vom Elsbach-Restaurant die Küche mit zwei Köchen und zwei neu eingestellten Servicekräften.
Das MARTa-Café dauerhaft zu übernehmen, kann sich der 36-jährige Höhne im Moment nicht vorstellen, weil er "erst mal alle Energie für das Elsbach" brauche. Aber wer es auch machen wird, Höhne meint: "Herford funktioniert nur mit Herfordern."